SOS-Kinderdorf Antofagasta

In der Provinz Antofagasta im Norden Chiles gab es in jüngster Zeit einen Anstieg der Armut zu verzeichnen. Obwohl es den Beschäftigten in einigen Branchen, beispielsweise im Bergbau, relativ gut geht, ist die Situation für andere sehr schwierig. Das gilt besonders für diejenigen, die erst kürzlich in die Region gezogen sind. Diese gefährdeten Kinder, jungen Menschen und Familien sind dringend auf Unterstützung angewiesen.

Nicht jeder profitiert von den Schätzen des Bodens

Kinder ohne elterliche Fürsorge wachsen gemeinsam mit den Geschwistern im SOS-Kinderdorf auf (Foto: SOS Archiv).  
Antofagasta, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, hat über 400 000 Einwohner, liegt inmitten der Atacama-Wüste im Norden Chiles und grenzt im Westen an den Pazifik. Die Region verdankt ihren Wohlstand größtenteils den Kupferminen. Auch die Baubranche und der Handelssektor sind in den letzten Jahren gewachsen. Die Lebenskosten sind nach Santiago die zweithöchsten des Landes, und es herrscht eine ungleiche Verteilung des Wohlstands.

Viele Menschen sind auf der Suche nach einem besseren Leben nach Antofagasta gezogen; manche stammen aus anderen Regionen Chiles, andere aus den Nachbarländern. Zahlreiche Familien leben in abgeschiedenen Armutssiedlungen am Rande der Stadt in der Wüste. Diese Elendsviertel sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Immer mehr Menschen leben in unsicheren und überfüllten Behausungen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Einrichtungen. Darüber hinaus finden Familien, die nach Antofagasta kommen, nur schwer eine reguläre Arbeit und sind besonders gefährdet, weil sie in ihrer neuen Gemeinde keine Unterstützungsstrukturen haben.

Alleinerziehende Mütter, Kinder und junge Menschen sind am stärksten gefährdet

Besonders die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch. Kinder und Jugendliche sind die schwächsten Glieder der Gesellschaft. Die Armutsraten der frauengeführten Haushalte sind weiter steigend. Das Einkommen einer alleinerziehenden Mutter reicht häufig nicht aus, um die Familie zu versorgen. Dadurch sind sie in besonderem Maße von Verarmung bedroht. Zahlreiche Kinder sind von Geburt an benachteiligt, wodurch ihre Zukunftschancen gefährdet sind.

Wenn Familien zerbrechen, müssen Kinder manchmal selbst für sich sorgen. Sie landen auf der Straße, betteln oder erledigen niedrige Arbeiten, um zu überleben. SOS-Kinderdorf versucht Familien in schwierigen Situationen zu unterstützen, bevor es zur Zerrüttung kommt, damit die Kinder bei ihren Eltern bleiben können.
 

Unsere Arbeit in Antofagasta


Eine SOS-Familie bei einer Geburtstagsfeier  (Foto: SOS Archiv)
SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Antofagasta im Jahr 1987.

Familienstärkung: Wir unterstützen Familien, damit sie nicht zerbrechen, für ihre Kinder sorgen und sich ihren Lebensunterhalt verdienen können. Wir bieten verschiedene Arten von Unterstützung, die auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt sind. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass Familien ausreichend Nahrung haben und die Kinder zur Schule gehen oder einen Arzt aufsuchen können, wenn sie krank sind. Viele der Familien, denen wir helfen, sind erst kürzlich aus den Nachbarländern nach Chile gekommen. Sie leben häufig mit knappen Ressourcen in Armutsvierteln und finden nur schwer eine reguläre Arbeit.

Betreuung für Kinder, die die elterliche Fürsorge verloren haben: Für Kinder aus Antofagasta, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, bieten die SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Kinderdorf-Eltern betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und sind daher sehr gut in die lokale Gemeinde integriert. Während sie in unserer Betreuung sind, sorgen wir dafür, dass die Kinder regelmäßigen Kontakt zu ihren Herkunftsfamilien pflegen. Kehrt ein Kind zu seinen Eltern zurück, unterstützen wir die Familie weiterhin.

Unterstützung für junge Menschen: Qualifizierte Beraterinnen und Berater unterstützen junge Menschen im Rahmen ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung. Sie lernen dabei Verantwortung zu übernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein selbständiges Leben als Erwachsene vorzubereiten.

 

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