SOS-Kinderdorf Bulnes

Bulnes liegt in einer ruhigen, landwirtschaftlich geprägten Region. Hunderte von Familien leiden nach wie vor an den Folgen des schweren Erdbebens von 2010. Zahlreiche Menschen haben ihre Häuser und ihre Arbeit verloren und sind aus der Region abgewandert, weil ihre Lebensgrundlage zerstört worden war. Die Infrastruktur wird zwar wieder aufgebaut, aber die Überwindung des Traumas wird noch lange dauern.

Von der Nothilfe zu nachhaltigen Unterstützungsprogrammen für die Gemeinde


Ein Mal-Workshop bietet Kindern die Gelegenheit, andere Kinder zu treffen und sich mit ihnen über ihr Leben zu unterhalten (Foto: SOS-Archiv)
 

Die Kleinstadt Bulnes liegt in der chilenischen Provinz Ñuble im Zentrum des Landes und hat knapp über 20 000 Einwohner. Die Sommer sind warm, die Winter sehr kalt. Die Wirtschaft basiert größtenteils auf der Land- und Forstwirtschaft und dem Kunsthandwerk, das unter anderem Keramik produziert.

Im Jahr 2010 wurde Chile von einem schweren Erdbeben der Stärke 8,8 auf der Richterskala erschüttert. Das Epizentrum lag nur 34 km vor der Küste der Provinz Ñuble. Schätzungsweise neun Prozent der chilenischen Bevölkerung, darunter über 17 Prozent der Bewohner von Ñuble, verloren durch das Erdbeben und den darauffolgenden Tsunami ihre Bleibe. SOS-Kinderdorf versorgte im Rahmen der Nothilfe etwa 280 Familien mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Hygieneartikeln und bot darüber hinaus psychologischen Beistand. Diese Nothilfeprogramme wurden nach und nach in eigenständige Entwicklungsprogramme umgewandelt, die von der Gemeinde selbst verwaltet werden.

Wiederaufbau heißt nicht nur bessere Infrastruktur

Das Erdbeben hatte schwere, weitreichende Folgen für die Infrastruktur der Region. Die Zerstörung zahlreicher Geschäfte und Unternehmen führte zur Entlassung vieler Arbeiter, von denen einige nicht mal mehr ein Zuhause hatten, in das sie zurückkehren konnten. Viele Menschen zogen daraufhin in andere, größere Städte. Einige Orte wurden zu Geisterstädten, da die Bewohner aus Furcht vor weiteren Tsunamis in die Berge geflüchtet waren.

Hunderte von Kleinbauern und Unternehmern hatten durch das Erdbeben von 2010 alles verloren. Tiere wurden getötet, Ernten zerstört, Waldbrände verwüsteten Tausende Hektar Wald. Die Regierung der Provinz Ñuble hat einen Hilfsfonds eingerichtet, um den Betroffenen zu helfen, aber Hunderte von Familien sind nach wie vor in einer verzweifelten Lage. Die Abwanderung in eine größere Stadt scheint oft die einzige Lösung zu sein, aber auch das ist keine Garantie auf ein besseres Leben – manche finden weder Wohnungen noch Arbeit.
 

Unsere Arbeit in Bulnes

In einem von SOS-Kinderdorf veranstalteten Workshop können Mütter und Kinder Zeit miteinander verbringen und neue Spiele lernen (Foto:SOS-Archiv) .  

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Bulnes im Jahr 1969.

Familien stärken: SOS-Kinderdorf unterstützt gefährdete Familien. Diese Familien arbeiten häufig in der Landwirtschaft oder in der Tourismusbranche und leben in bescheidenen Unterkünften. Die Familien, die wir unterstützen, stehen vor vielfältigen Herausforderungen, darunter Drogenabhängigkeit und häusliche Gewalt. Manchmal benötigen sie Hilfe, damit ihre Kinder in den Kindergarten und zur Schule gehen können.

Wir setzen uns gemeinsam mit lokalen Organisationen und Schulen für die Unterstützung von Familien ein, damit ihre Kinder in einem sicheren und stabilen Umfeld aufwachsen können. Je nach Bedarf leisten wir verschiedene Formen von Unterstützung, damit Kinder zur Schule oder zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind. Darüber hinaus bieten wir Workshops für Eltern und außerschulische Aktivitäten für Kinder.

Unterstützung für junge Menschen: SOS-Kinderdorf unterstützt junge Menschen, bis sie ein Leben in Selbständigkeit führen können. Wir bieten Wohngemeinschaften, und qualifizierte Berater helfen den jungen Erwachsenen während der Zeit ihrer Bildung und Ausbildung.

 

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