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In Syrien gibt es zwei SOS-Kinderdörfer mit zwei Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten und ein SOS-Sozialzentrum. Hier erfahren Sie mehr über die SOS-Arbeit in Syrien.
Blutige Proteste in Syrien: Die SOS-Kinderdörfer im Land haben ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.
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Schwere Explosionen erschütterten die syrische Metropole Aleppo: Die Sprengsätze detonierten in unmittelbarer Nähe des SOS-Kinderdorfs.13.02.12 - Die blutigen Unruhen in Syrien bedrohen nun auch die SOS-Kinderdörfer. Unmittelbar in der Nähe des SOS-Kinderdorfs in Aleppo, der größten Stadt im Norden Syriens, detonierten jetzt zwei Autobomben. Bei dem Anschlag kamen nach Angaben des Leiters des Kinderdorfs in Aleppo, Ghassan Al-Shami, 28 Menschen ums Leben, rund 200 Männer, Frauen und Kinder wurden verwundet. Kinder, Mütter und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs wurden nicht verletzt. In dem SOS-Kinderdorf Aleppo leben 85 Kinder und Jugendliche sowie etwa 20 Mütter und Mitarbeiter.
SOS-Kinder und -Mitarbeiter blieben von der Gewalteskalation in Syrien bislang verschont - Foto: SOS-Archiv"Die Autobomben detonierten am Freitag um 9 Uhr früh am Rande eines Spielplatzes gleich neben dem SOS-Kinderdorf", erklärte Al-Shami am Montag. "Glücklicherweise war es Wochenende und die Kinder waren alle noch im Dorf. Wäre ein normaler Wochentag gewesen, wären viele kleinere Kinder vermutlich auf dem Spielplatz gewesen, die Größeren auf dem Weg zur Schule, die Mütter einkaufen." Alle Kinder des Kinderdorfs wurden angehalten, das Dorf nicht mehr zu verlassen.
"Alles verläuft dennoch weitgehend normal", sagte Al-Shami. "Die Kinder gehen auch weiterhin zur Schule. Nur bringen wir sie mit unserem Bus hin. Öffentliche Verkehrsmittel sind gestrichen." Auch die Kinderdorf-Mütter fahren, z.B. wenn ein Arztbesuch ansteht, nur noch mit dem SOS-Bus ins Zentrum. Bisher war Aleppo nach Al-Shamis Angaben weitgehend von Unruhen freigeblieben.
Auch in Damaskus laufe das Leben der SOS-Kinder und -Mitarbeiter "soweit als möglich normal" ab, heißt es aus dem SOS-Büro in der Hauptstadt. Allerdings kämen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen dem Dorf immer näher. Explosionen seien Tag und Nacht zu hören. Im Dorf würden Vorräte angelegt. Dies sei aber immer schwerer, da seit März vergangenen Jahres, dem Beginn der Demonstrationen, die Preise für Lebensmittel um 150 Prozent gestiegen seien. Auch das gehört derzeit zum Alltag in Syrien: Im ganzen Land fällt der Strom täglich stundenlang aus.
Bislang blieben die SOS-Kinderdörfer in Syrien von den blutigen Unruhen verschont, da sich die SOS-Projekte nicht in den Aufstandsgebieten befinden. Angesichts der eskalierenden Gewalt wurden bereits im vergangenen Mai die Sicherheitsmaßnahmen in allen syrischen SOS-Einrichtungen verstärkt. In Syrien gibt es zwei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten und ein SOS-Sozialzentrum.