Hauptstadt: Abuja
Fläche: 923.768 km²
Bevölkerungszahl: 128,2 Millionen Einwohnern (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Hausa-Fulani, Yoruba, Ibo
Amtssprache(n): Englisch
Religion(en): Muslima, Christen, Rest traditionelle afrikanische Religionen
Währung: 1 Naira = 100 Kobo
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Nach einem dreijährigen Bürgerkrieg besuchte Hermann Gmeiner 1970 auf Einladung des "National Council of Women Society" (NCWS) Nigeria und machte sich so ein Bild von der Not der Bevölkerung, insbesondere der Kinder. Nach mehreren Gesprächen mit verschiedenen Persönlichkeiten des Landes wurde unter der Leitung von Frau Awoliyi das SOS-Kinderdorf-Komitee gegründet, das sich um die Mittelaufbringung und den Bau eines SOS-Kinderdorfes in Nigeria kümmerte.
Als die Regierung (Lagos State Government) ein Grundstück in Isolo, einem Stadtteil von Lagos, zur Verfügung gestellt hatte, konnte noch im Jahr 1970 mit dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Nigeria begonnen werden. Mit Beginn 1973 war dieses Dorf fertiggestellt und konnte von den ersten Kindern besiedelt werden. Im August 1980 wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein Nigeria als Rechtsträger der Aktivitäten im Land gegründet.
In den folgenden Jahren kamen weitere SOS-Kinderdorf-Einrichtungen insbesondere im Bereich Schul- und Berufsausbildung hinzu: ein Kindergarten, eine Grundschule und ein Berufsbildungszentrum, in dem verschiedene berufsvorbereitende Kurse angeboten werden. Der Bildungsbereich ist im bevölkerungsreichsten Land Afrikas mit seinen über 130 Millionen Einwohnern und einer Analphabetenrate von circa 43 % besonders wichtig. Nachdem die ersten Kinder aufgenommen und den SOS-Kinderdorf-Familien entwachsen waren, entstanden verschiedene Jugendwohneinrichtungen sowie Integrationsprogramme. Aufgrund der beschränkten Aufnahmekapazität des SOS-Kinderdorfes Isolo sah man 1993 die Notwendigkeit für ein zweites SOS-Kinderdorf in Nigeria. So wurde das SOS-Kinderdorf Owu-Ijebu mit 12 Familienhäusern, einer Krankenstation, einem Kindergarten und einer Grundschule errichtet.
Das Dorf liegt im Ogun State, etwa 145 km von Lagos entfernt. Im Januar 1996 konnten die ersten sechs Kinder mit ihren Müttern und dem Dorfleiter "ihr" Dorf besiedeln. 2003/2004 entstand im Stadtzentrum von Lagos ein Nachbarschaftshilfe-Projekt, welches der Bevölkerung helfen soll, ihr Leben selbst zu meistern (Erste Hilfe, Hilfe für Aids-Betroffene, Aufklärungs-/Bildungsarbeit, Frauenförderung, etc.). Ab Mitte 2004 wurden an den beiden Standorten der SOS-Kinderdörfer gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen Familienstärkungsprogramme für bedürftige Familien, vor allem von HIV/Aids Betroffene durchgeführt. Im Jänner 2006 konnte der Bau eines dritten SOS-Kinderdorfes, samt Hermann Gmeiner Schule, Kindergarten und Sozialzentrum in Gwagwalada in der Nähe der Hauptstadt Abuja in Angriff genommen werden.
Im Oktober 2007 wurde das dritte SOS-Kinderdorf besiedelt. Aufgrund der bedürftigen Nachbarschaft initiierte SOS-Kinderdorf Nigeria ein weiteres Familienstärkungs-programm. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Nigeria direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Nigeria drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein SOS-Berufsbildungszentrum und fünf SOS-Sozialzentren.