1983 wurde das SOS-Kinderdorf Mallasa in der Hauptstadt La Paz fertig gestellt. La Paz liegt im bolivianischen Hochland in 3600 Metern Seehöhe am Fuße des Illimani, der mit 6882 Metern höchste Berg Boliviens. Das SOS-Kinderdorf befindet sich im Vorort Mallasa im Süden, etwa 20 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Mallasa gehört zwar zum Stadtgebiet von La Paz, hat aber doch ländlichen Charakter.
Das SOS-Kinderdorf besteht aus 12 Familienhäusern für bis zu 108 Kinder, dem Haus des Dorfleiters, einem Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten) und einem Verwaltungsgebäude. Zwei weitere SOS-Kinderdorffamilien sind in angemieteten Wohnungen außerhalb des SOS-Kinderdorfes untergebracht.
Ebenfalls zur Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes Mallasa gehört eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, die als Grundschule geführt wird und auch einen SOS-Kindergarten beherbergt. Die Schule wurde 1986 eröffnet und hat Kapazität für bis zu 450 Schülerinnen und Schüler aus dem SOS-Kinderdorf sowie aus der Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfes. Die Schule umfasst 16 Klassenzimmer, einen Seminarraum, eine Bibliothek, eine Töpferei, zwei Sportplätze und einen Verwaltungsbereich. Im Gebäude sind auch ein SOS-Kindergarten untergebracht, der nach de Montessori-Methode geführt wird, sowie ein kleines Gesundheitszentrum, in dem ein Kinderarzt und ein Zahnarzt ordinieren.
In der Nähe des SOS-Kinderdorfes liegen außerdem zwei SOS-Berufsbildungszentren. Das "Centro de Formación Técnica SOS Cenfotec Mallasa", öffnete 1988 seine Pforten und gibt bis zu 50 Auszubildenden aus dem SOS-Kinderdorf und der Nachbarschaft die Möglichkeit, unter sechs Berufsausbildungen zu wählen: Graphiker und Designer, Tischler, Drucker, Schneider, Elektriker und Mechaniker. Das "Centro de Formación Profesional CENFOPRO Mallasa" ist speziell für die Förderung und Ausbildung von Mädchen gedacht und bietet seit Anfang 2002 bis zu 170 Schülerinnen eine Ausbildung zur Bürokauffrau mit Computerschwerpunkt.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden im Stadtgebiet von La Paz insgesamt vier SOS-Jugendeinrichtungen für Burschen und vier SOS-Jugendeinrichtungen für Mädchen geschaffen. Dabei handelt es sich um Wohngemeinschaften für insgesamt bis zu 95 Jugendliche, um sie bereits im Verlauf ihrer höheren Schul- und Berufsausbildung Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorzubereiten.