Hauptstadt: Panama
Fläche: 75.517 km²
Bevölkerungszahl: 3,2 Millionen (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Mestizen, afrikanischer Abstammung, spanischer Abstammung, Mulatten, Indios
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): Römisch-katholisch, protestantisch, islamisch
Währung: 1 Balboa = 100 Centésimos / 1 US-Dollar = 100 Cent
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Anfang der achtziger Jahre konnten über Herrn Nils Peter Sieger die ersten Kontakte zwischen Frau Adela de Royo, damalige First Lady Panamás, und SOS-Kinderdorf International geknüpft werden mit dem Ziel, ein SOS-Kinderdorf als Modell für Langzeitbetreuung verwaister Kinder auch in diesem Land zu verwirklichen. Herr Heinrich Müller übernahm damals als SOS-Kinderdorf-Repräsentant in Zusammenarbeit mit Vertretern der staatlichen Familienfürsorge (DINFA) die Umsetzung dieser Aufgabe.
Mit der Unterstützung einer von der Idee Hermann Gmeiners begeisterten Gruppe von lokalen und ausländischen Personen erlangte SOS-Kinderdorf mit der Gründung des nationalen SOS-Kinderdorf-Vereins 1981 Rechtspersönlichkeit. Noch im selben Jahr wurde am nordwestlichen Stadtrand der Hauptstadt Panama-City mit den Bauarbeiten des ersten SOS-Kinderdorfes begonnen. Es entstand auf einem der ersten Gründstücke, die aufgrund des zwischen den USA und Panama geschlossenen Torrijos-Carter-Vertrags (1977) zur Regelung der Hoheitsrechte des Panamakanals sowie der Kanalzone an Panama zurückgegeben wurden. Am Tag der Inbetriebnahme des SOS-Kinderdorfes, dem 20. April 1982, fand auch die feierliche Eröffnung durch Hermann Gmeiner statt.
Die politische Situation und die sich zuspitzenden Konflikte mit dem wichtigsten Handelspartner USA führten das Land Mitte der 80er-Jahre in eine sozioökonomische Krise. Um für das Familieneinkommen zu sorgen, sahen sich häufig beide Elternteile gezwungen, arbeiten zu gehen, alleinerziehende Mütter mussten in die Ballungszentren ziehen, um dort Arbeit zu finden - unter diesen Zuständen litten vor allem die Kinder und Jugendlichen, die nun keine geeignete Betreuung mehr hatten oder gar zurückgelassen werden mussten. Als Antwort auf diese bis heute anhaltende Not reagierte SOS-Kinderdorf in den darauffolgenden Jahrzehnten mit der Errichtung weiterer SOS-Kinderdörfer und zusätzlichen Betreuungseinrichtungen.
Im Rahmen des 10. Iberoamerikanischen Gipfeltreffens in Panama-City besuchten am 18. November 2000 zahlreiche First Ladies und Kanzlergattinnen das dortige SOS-Kinderdorf. Mit dem viel beachteten Besuch brachten die Gäste, darunter damalige Panamas Staatspräsidentin Mireya Moscoso und Königin Sofia von Spanien, ihr Engagement für die Generation von morgen und ihre Wertschätzung der SOS-Kinderdorf-Arbeit zum Ausdruck.
Zurzeit gibt es in Panama drei SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen und ein SOS-Berufsbildungszentrum.