Hauptstadt: Sofia
Fläche: 110.912 km²
Bevölkerungszahl: 8,3 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 85% Bulgaren, 8,5% Türken, 2,6% Roma, 2,5% Mazedonier
Amtssprache(n): Bulgarisch
Religion(en): 85% Orthodoxe, 13% Muslime
Währung: 1 Lew = 100 Stótinki
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Bulgarien begann 1990 mit dem Abschluss eines Vertrages zwischen SOS-Kinderdorf Inter-national und dem bulgarischen Gesundheitsministerium über die Errichtung von zwei SOS-Kinderdörfern. Wenig später wurde der bulgarische SOS-Kinderdorf-Verein "SOS-Detski Selishta v Bulgaria" gegründet. Im Herbst 1993 wurde das erste SOS-Kinderdorf in Tryavna besiedelt.
Im Jahre 1994/1995 wurde das zweite SOS-Kinderdorf in Dren, etwa 45 Kilometer südlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia, errichtet. Im Mai 1995 begannen auf dem Areal des SOS-Kinderdorfes Dren die Bauarbeiten für einen SOS-Kindergarten.
Als sich gegen Ende des Jahres 1996 eine Verschlechterung der politischen und wirtschaftlichen Situation mit drastischen Folgen für einen Großteil der Bevölkerung abzeichnete, startete SOS-Kinderdorf im Dezember eine Hilfsaktion und verteilte Babynahrung, Babywäsche und Winterbekleidung. 1997 folgten zwei weitere Hilfsaktionen, eine im Frühjahr und eine weitere im Winter, bei der rund 400 Personen aus den Städten Dren, Tryavna, Varna und Plovidiv mit Medikamenten versorgt wurden. Seit 2002 führt das SOS-Kinderdorf Dren eine weitere Nachbarschaftshilfsaktion durch und verteilt Lebensmittelpakete für arme Menschen und Familien.
Da Ausbildungsmöglichkeiten in der kleinen Stadt Tryavna rar sind, wurden 1998, 1999 und 2004 in der 30 km entfernten Stadt Veliko Tarnovo Wohnungen für Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Tryavna angekauft und nach den notwendigen Renovierungs- und Adaptierungsarbeiten bezogen. Eine weitere Jugendeinrichtung in Sofia für Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Dren folgte im September 2001, die im Herbst 2003 sowie 2006 erweitert wurde.
SOS-Kinderdorf Bulgarien hat im Jahre 2004 in Sofia ein Nachbarschaftshilfsprogramm initiiert, das mittellose Eltern finanziell unterstützt, um damit zu ermöglichen, dass deren Kinder den Kindergarten besuchen können und somit die gleichen Bildungschancen erhalten. Anfang 2007 startete SOS-Kinderdorf Bulgarien ein Familienförderprogramm in Sofia. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Bulgarien direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Bulgarien zwei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten und zwei SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Bulgarien (verfügbar auf Bulgarisch und Englisch)