Die Stadt Keila liegt rund dreißig Kilometer südwestlich von Tallinn. Das drei Hektar große Grundstück befindet sich etwa drei Kilometer außerhalb des Stadtzentrums und ist gut in das öffentliche Versorgungsnetz integriert. Die Häuser wurden im für Estland typischen Stil, zur Hälfte gemauert und zur Hälfte aus Holz, gebaut. Ein Siedlungsgebiet bildet die unmittelbare Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfes; Schulen, Geschäfte und ein Krankenhaus befinden sich im Stadtzentrum.
Das SOS-Kinderdorf Keila umfasst zwölf Familienhäuser, Häuser für die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit) und den Dorfleiter sowie einen Verwaltungs- und Servicebereich. Bis zu 84 Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Eltern leben können oder sie bereits verloren haben, finden hier ein neues Zuhause.
Der SOS-Kindergarten besteht aus zwei Gruppenräumen und kann bis zu fünfzig Kinder aufnehmen. Rund 120 Kinder können an der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in vier Klassenräumen ihre Grundschulaus¬bildung absolvieren. Küche, Speisesaal, Mehrzweckhalle und Garten werden von SOS-Kindergarten und SOS-Hermann-Gmeiner-Schule gemeinsam genützt. Die beiden SOS-Jugendeinrichtungen in Keila und Tallinn gehören auch zum SOS-Kinderdorf Keila. Dort wohnen die Jugendlichen, die ihrer SOS-Familie entwachsen sind, während ihrer Ausbildung und bereiten sich unter der Anleitung ihrer Betreuer auf ein selbständiges Leben vor. Das Familienförderprogramm zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und hilft Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an.