Cholera-Ausbruch in Sambia

Über 800 Fälle und 16 Tote seit Februar

06.05.2016 - Nachdem das südafrikanische Land seit 2010 Cholera-frei war, ist in Sambia erneut Cholera ausgebrochen. Seit Februar wurden über 800 Neuinfektionen gemeldet, mindestens 16 Menschen sind an der Krankheit gestorben. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, bleiben die Schulen in der Hauptstadt Lusaka geschlossen. Sambias Regierung hat eine große Impfaktion in die Wege geleitet und Behandlungsräume eingerichtet.

"Die Sicherheit und Gesundheit der Kinder hat oberste Priorität", erklärt der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Sambia, Joseph Munsanje. Momentan seien fast zwei Millionen in und um Lusaka gefährdet, an Cholera zu erkranken. Deshalb haben auch die SOS-Kinderdörfer in Sambia die Schutzmaßnahmen verstärkt.

Vorsichtsmaßnahmen in den SOS-Kinderdörfern


Cholera-Vorbeugung im Kinderdorf: Ein Junge im SOS-Kinderdorf Lusaka wäscht sich die Hände. Foto: Juergen Effner

Neben der Bereitstellung von Trinkwasser und hygienisch einwandfreien sanitären Anlagen findet auch Aufklärungsarbeit und Beratung statt: So lernen die Kinder und ihre Familien beispielsweise, wie wichtig richtiges Händewaschen als Cholera-Prävention ist. In den insgesamt vier medizinischen Zentren der SOS-Kinderdörfer in Sambia stehen jetzt Standby-Infusionen bereit, um auf Cholera-Verdachtsfälle schnell reagieren zu können.

Appell an die Regierung

"Es muss aber noch viel passieren, damit Menschen nicht weiter sinnlos sterben", mahnt Munsanje: "Die Regierung muss in Wasserleitungen, sanitäre Anlagen und Abflussanlagen rund um Lusaka investieren, um die Stadt und das ganze Land von der tödlichen Krankheit zu befreien." Cholera wird in erster Linie durch fäkalverunreinigtes Trinkwasser übertragen und tritt meist dort auf, wo Abwasser- und Trinkwassersysteme nicht voneinander getrennt sind – ein großes Problem in Sambia.