Flucht vor Boko Haram: Nothilfe in Niger

SOS-Kinderdörfer versorgen und betreuen Flüchtlingskinder

19.03.2015 - Unzählige Nigerianer sind vor der Terror-Miliz Boko Haram über die Grenze geflohen. Im Nachbarland Niger leisten die SOS-Kinderdörfer Nothilfe für Flüchtlingskinder.

Gestrandet im Flüchtlingscamp Maine-Soroa in Diffa, Niger: Ein Flüchtlingskind holt Wasser. 

"Ich hörte Schreie aus unserem Dorf und rannte zurück. Meine Eltern lagen tot in einer Blutlache. Dann sah ich, wie Milizionäre auf meine beiden Brüder anlegten und sie erschossen", berichtet der 13-jährige Nigerianer Salifou aus dem Flüchtlings-Camp Maine-Soroa in Niger.

85.000 Mütter und Kinder fliehen vor Boko Haram-Terror nach Niger

Kurz vor den Wahlen in Nigeria am 28. März nehmen die Anschläge durch die Terror-Gruppe Boko Haram weiter zu. Nach UNICEF-Angaben flüchteten sich 85.000 Mütter und Kinder vor der Gewalt in die Nachbarländer Niger, Tschad und Kamerun. "Tausende Männer seien vor den Augen ihrer Frauen und Kinder getötet worden. Hunderte Frauen und Mädchen seien Opfer sexueller Übergriffe geworden", berichtet SOS-Programmkoordinator Ousmane Nayaya nach einer Beobachtungsmission.

Besonders die Grenzregion Diffa in Niger ist betroffen von der Flüchtlingswelle. Der 13-jährige Nigerianer Salifou ist nur eines von über 9000 Kindern, die ohne Eltern in der Diffa Region stranden. "Das durch Hungerkrisen geschüttelte Niger kann den Ansturm der häufig traumatisierten Menschen kaum bewältigen. Das Land steht aktuell vor einer komplexen humanitären Krise und braucht dringend unsere Unterstützung", sagt SOS-Nothilfeleiter Andreas Papp.

Kinderschutz und ganzheitliche Hilfe

Die SOS-Kinderdörfer im Niger organisieren ein Nothilfe-Programm in der Diffa-Region. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Die Nothilfe wird im April starten und ist für die Dauer von sechs Monate geplant. SOS richtet Nothilfe-Kitas ein, um traumatisierte, unbegleitete und akut mangelernährte Kinder ganzheitlich zu versorgen:

  • Kinderschutz und psychosoziale Betreuung: In den Nothilfe-Kitas werden Jungen und Mädchen in einem geschützten Bereich pädagogisch betreut. SOS-Helfer begleiten schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche psychologisch.
  • Ernährung und Versorgung: SOS-Mitarbeiter versorgen Kinder in den Nothilfe-Kitas sowie Familien in Flüchtlingscamps mit Mahlzeiten und Lebensmitteln. Sie erhalten zudem Hilfsgüter wie Kleidung, Decken, Hygieneartikeln, und Moskitonetze.
  • Medizinische Hilfe: Kinder werden regelmäßig Gesundheitschecks unterzogen, akut mangelernährte Kinder werden medizinisch versorgt.
  • Zugang zu Bildung: SOS organisiert einen provisorischen Schulunterricht in der Sprache der Flüchtlingskinder und stellt Schulmaterialien zur Verfügung.
  • Familienzusammenführung: In Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen suchen die SOS-Kinderdörfer Angehörige unbegleiteter Kinder, die auf der Flucht von ihren Familien getrennt wurden.

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