Mogadischu: Kämpfe eskalieren - SOS-Kinderdörfer bleiben

02.08.2011 - Während aus Somalia gemeldet wird, dass die Shabaab-Milizen offenbar Selbstmordattentäter und Kampftruppen einsetzen, weiten die SOS-Kinderdörfer ihre Hilfe für Flüchtlinge im Land aus.

Somalische Kinder im Flüchtlingslager
Zwei Kinder im Flüchtlingslager Baidoa: Die SOS-Feldklinik im Flüchtlingslager leistet medizinische Betreuung und hilft durch die Versorgung mit Lebensmittelpaketen.
In Somalia wird die Lage immer dramatischer. Hunderttausende Somalis sind auf der Flucht vor dem Hunger in Lager in Kenia, Äthiopien und in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Gleichzeitig eskalieren in Mogadischu die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den islamistischen Shabaab-Milizen. „Überall in der Stadt detonieren die Granaten“, teilte der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Somalia, Ahmed Ibrahim, aus Mogadischu mit.

Nachdem die Regierungstruppen vergangene Woche in die Shabaab-Gebiete vorgedrungen waren, um die Hilfslieferungen in die Flüchtlingslager zu sichern, schlagen die Islamisten seit dem Wochenende massiv zurück. „Das normale Leben ist praktisch zum Erliegen gekommen“, sagte Ibrahim. Alle Geschäfte seien geschlossen. Die Shabaab-Milizen hätten neue Soldaten und sogar Selbstmordattentäter rekrutiert. Auch gut organisierte, vermummte "Killerkommandos" würden den von den Regierungstruppen gehaltenen Teil der somalischen Hauptstadt heimsuchen. „Vorgestern wurde ein Parlamentsabgeordneter von so einem Kommando erschossen, obwohl er sich in einem gesicherten Bereich des Parlaments, nur wenige Meter entfernt vom Präsidentenpalast aufhielt“, berichtet der Leiter der SOS-Kinderdörfer Somalia.

Situation im SOS-Kinderdorf stabil

Das SOS-Kinderdorf und die Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu und die mobile Klinik in Baidoa seien bislang dennoch einigermaßen sicher, teilte Ibrahim mit. „Uns geht es soweit gut“, sagte er. Kinderdorf und Klinik mussten in den vergangenen Jahren wegen der anhaltenden Kämpfe mehrfach geschlossen und evakuiert werden. 2004 wurde der Schulleiter der Hermann-Gmeiner-Schule in Mogadischu erschossen, 2006 eine Krankenschwester der SOS-Klinik, dem einzigen funktionierenden Krankenhaus in Mogadischu, das den Menschen unentgeltlich zur Verfügung steht.

SOS-Kinderdörfer weiten Hilfsangebot aus

Trotz der Gefahr werden die SOS-Kinderdörfer als eine der ganz wenigen Hilfsorganisationen in Somalia ihre Nothilfe massiv ausweiten, um den Hungerflüchtlingen Nahrung und Unterkunft zu bieten. Auch in Kenia und Äthiopien leisten die SOS-Kinderdörfer Nothilfe.