SOS-Kinderdorf in Mogadischu: Hoffnung auf Ende der Gewalt

27.01.2009 - Die SOS-Kinder und -Mitarbeiter in Somalias Hauptstadt Mogadischu haben neue Hoffnung: Nach dem Abzug der äthiopischen Truppen hat sich die Lage in der Nachbarschaft der SOS-Einrichtungen beruhigt.

SOS-Kind mit Kinderdorf-Mutter in Mogadischu
Können Sie bald ins SOS-Kinderdorf zurückkehren? SOS-Kind mit Kinderdorf-Mutter in Mogadischu
Seit Ende 2006 hatten äthiopische Verbände die somalische Übergangsregierung im Kampf gegen die Islamisten unterstützt. In unmittelbarer Nachbarschaft des SOS-Geländes in Mogadischu waren immer wieder schwere Gefechte aufgeflammt. Der Abzug der Äthiopier erfolgte nun im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens. In Somalia tobt zwar ein weiterhin ein blutiger Machtkampf. Doch in dem Viertel rund um das SOS-Gelände in Mogadischu hat sich die Sicherheitslage deutlich verbessert. 

Ahmed Ibrahim, der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Somalia: "Nachdem die äthiopischen Truppen nun weg sind aus dem unmittelbaren Nahbereich zu unseren Projekten, hoffen wir, dass Friede einkehrt und wir daran denken können, das SOS-Kinderdorf und die Schule wieder aufmachen zu können nach einem mehr als einjährigen Exil in anderen Stadtteilen." Zunächst gilt es jedoch abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt. "Die Unsicherheit überwiegt, und wir wissen, alles kann jederzeit passieren. Wir müssen ständig in Alarmbereitschaft sein und für den Schutz unserer Kinder sorgen", betont Ibrahim.

SOS-Arbeit in der Bürgerkriegsstadt Mogadischu

In den vergangenen zwei Jahren hatte die Gewalt in Mogadischu die Leben von mehreren SOS-Mitarbeitern gefordert. Das SOS-Kinderdorf und die SOS-Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu wurden mehrmals von Granaten getroffen. Als die Lage eskalierte, wurde das SOS-Kinderdorf in Mogadischu im Dezember 2007 evakuiert. Seitdem leben SOS-Kinder und -Mütter in weniger gefährlichen Vierteln von Somalias Hauptstadt. Auch die SOS-Schule in Mogadischu musste schließen und an einen provisorischen Standort ausweichen. Die SOS-Mutter-Kind-Klinik nahm im März 2008 nach drei monatiger Unterbrechung die Arbeit auf dem SOS-Gelände wieder auf. Ärzte und Pflegepersonal leisten dort lebenswichtige medizinische Hilfe in der von Gewalt zerrissenen Stadt.