Nach Putsch in Mali: Alltag kehrt zurück

28.03.2012 - Nach dem Militärputsch in Mali kehrt der Alltag allmählich zurück. Der Staatsstreich hat die Arbeit der SOS-Kinderdörfer im Land bislang nicht beeinträchtigt. So konnten die Schüler an den SOS-Schulen noch ihre Abschlussprüfungen absolvieren, bevor sie in die Osterferien gingen. Doch die aktuelle Hungerkrise in Mali droht sich in den kommenden Monaten weiter zu verschärfen.


Das Leben geht wieder seinen gewohnten Gang: Nach dem Putsch in Mali hat sich die Lage wieder beruhigt.
Meuternde Soldaten hatten am 22.3. Präsident Amadou Toumani Touré gestürzt. Die Putschisten verhängten eine Ausgangssperre, in der Hauptstadt Bamako plünderten rebellierende Soldaten Geschäfte. Inzwischen hat sich das tägliche Leben wieder normalisiert. In Bamako haben Märkte, Tankstellen, Behörden und Banken wieder geöffnet.

Die SOS-Kinderdörfer in Mali waren von dem Putsch, der sich auf die Hauptstadt konzentrierte, bisher nicht betroffen: In den drei SOS-Kinderdörfern des Landes ging das Leben seinen gewohnten Gang, die insgesamt 450 SOS-Kinder sind wohlauf.

Anders als an den staatlichen Schulen fand der Unterricht an den drei SOS-Schulen am Tag nach dem Umsturz statt: 1.970 Schüler absolvierten ihre Abschlussprüfungen und gingen anschließend in die Osterferien, die bis zum 2. April dauern. Auch die drei SOS-Kindergärten des Landes, die von SOS-Kindern und Nachbarskindern besucht werden, haben wegen der Ferien geschlossen.

Hungerkrise in Mali spitzt sich weiter zu

Die Projekte der SOS-Familienhilfe in Mali wurden durch den Militärputsch ebenfalls nicht beeinträchtigt. Derzeit unterstützt die Familienhilfe in Mail 1.445 Kinder und befähigt ihre Eltern schrittweise zur Selbsthilfe. Angesichts der aktuellen Hungerkrise in Westafrika verstärkt SOS derzeit auch die SOS-Familienhilfe in Mali, um betroffenen Familien nachhaltig zu helfen. In den kommenden Monaten droht sich die Hungerkrise weiter zu verschärfen.

Unterdessen haben die Vereinten Nationen den Staatsstreich in Mali verurteilt und die Wiedereinsetzung der demokratisch gewählten Regierung gefordert. Die EU-Kommission kündigte an, ihre Entwicklungshilfe in dem Land vorübergehend einzustellen, humanitäre Hilfe soll jedoch fortgesetzt werden.