Südsudan: Waffen schweigen wieder

Lage rund um das SOS-Kinderdorf Malakal hat sich beruhigt

06.03.2009 - Nach schweren Kämpfen schweigen die Waffen in der Stadt Malakal im Südsudan. SOS-Kinder und -Mitarbeiter blieben von der Gewalt verschont, die Versorgung des SOS-Kinderdorfs ist wieder sichergestellt.
Notquartier für Flüchtlinge: Mehrzweckhalle im SOS-Kinderdorf Malakal
Notquartier für Flüchtlinge: Die Mehrzweckhalle im SOS-Kinderdorf Malakal
Am 25. Februar waren heftige Gefechte zwischen Soldaten und Milizen ausgebrochen. Während der Kämpfe suchten im SOS-Kinderdorf 150 Nachbarsfamilien Zuflucht: Insgesamt wurden 700 Kinder und 500 Erwachsene, zumeist Frauen, vorübergehend aufgenommen. Die SOS-Familien rückten zusammen und teilten ihre Lebensmittel mit den Flüchtlingen.
Die Lage im Kinderdorf wurde zunehmend kritisch, da die Vorräte zur Neige gingen und die medizinische Versorgung der Kinder nicht gewährleistet war. Um ein schwerkrankes SOS-Kind ins Krankenhaus zu bringen, riskierte eine SOS-Mutter ihr Leben und wagte sich während der Kämpfe auf die Straße. Beide sind wohlbehalten ins Dorf zurückgekehrt, dem Kind geht es nach der Behandlung in der Klinik wieder gut.

Lebensmittel, Medikamente und psychosoziale Betreuung

Die Kämpfe haben inzwischen ein Ende gefunden, allerdings herrscht nach wie vor angespannte Ruhe. Die verfeindeten Gruppen sind weiterhin in der Region.

SOS-Kinder im Kindedorf Malakal
Der Alltag ist im Kinderdorf Malakal zurückgekehrt - doch in der Region herrscht angespannte Ruhe.
Mit Hilfe der UNO-Mission im Sudan (UNMIS) konnte das SOS-Kinderdorf mit Trinkwasser und Medikamenten, z.B. mit Antibiotika, versorgt werden. Die allgemeine Versorgungslage bleibt in Malakal kritisch. Nach wie vor mangelt es an Wasser, Elektrizität und Treibstoff.

Die SOS-Kinderdörfer im Sudan werden außerdem ein Hilfsteam von Khartum nach Malakal senden: SOS-Mitarbeiter werden Kinder psychosozial  betreuen, damit sie die traumatischen Erfahrungen der vergangenen Tage verarbeiten können.

Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für das SOS-Kinderdorf

Darüber hinaus wurden zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen und Vorsichtsmaßnahemn getroffen, falls die Kämpfe wieder aufflammen sollten:

  • SOS hat UNMIS um weitere Unterstützung bei der Versorgung des Kinderdorfs in Malakal ersucht.
  • UNMIS erklärt das Dorf zur geschützten Region.
  • Ein Abkommen mit der Regierung soll die Sicherheitslage des Kinderdorfs verbessern.
  • Da alle bewaffneten Gruppen das SOS-Kinderdorf respektieren, wird das SOS-Gelände von weitem sichtbar mit SOS-Fahnen markiert. Die Fahne soll auch die Identität von SOS-Mitarbeitern und -Kindern verdeutlichen, falls sie in Notfällen das Dorf verlassen müssen. So hatte die SOS-Mutter, die während der Kämpfe ihr Kind ins Krankenhaus brachte (s.o.), zu ihrem Schutz eine SOS-Kinderdorf-Fahne bei sich.

Das SOS-Berufsbildungszentrum in Malakal, wo einige hundert ehemalige Kindersoldaten Unterstützung erhalten, bleibt ebenso geschlossen wie öffentliche Einrichtungen und private Unternehmen in der Region. Die betreuten Kinder und Jugendlichen wurden durch die Kampfhandlungen nicht betroffen und sind wohlauf. Andere Regionen, die im Rahmen des Kindersoldaten-Programms betreut werden, sind weiterhin unzugänglich. Berichte bestätigen aber, dass es den unterstützten Kinder gut geht.