Südsudan: Schüsse im SOS-Kinderdorf

08.01.2014 - Trotz der Bemühungen um eine Waffenruhe und Friedensverhandlungen weiten sich die Kämpfe im Südsudan immer weiter aus. Inzwischen wird auch der bisher ruhige Norden von Gefechten erschüttert.
Während die Friedensverhandlungen bereits angelaufen sind, kommt es inzwischen auch zu Gefechten in Malakal, einer Stadt im Norden des Landes. "Es gibt immer wieder Kämpfe auch in der Nähe des SOS-Kinderdorfs", erklärte Kiros Aregawi, Projektleiter der SOS-Kinderdörfer in Malakal. Viele Geschäfte und Banken in der Stadt wurden laut Aregawi geplündert. "Derzeit ist es zwar ruhig, aber in der Bevölkerung herscht die Angst, dass die Rebellengruppen zurückkommen und wieder angreifen. Außerdem könnte es zu Versorgungsengpässen kommen".

Zwischenfall im SOS-Kinderdorf


 

Leben im Ausnahmezustand. 94 Kinder und 33 Jugendliche werden derzeit im SOS-Kinderdorf Malakal betreut.  Fotos: Conor Ashleigh
Im SOS-Kinderdorf in Malakal wurden mehrere Rebellen verwundet, als sie vor den heranrückenden Regierungstruppen durch das Dorf fliehen wollten. "Kinder oder SOS-Mitarbeiter wurden glücklicherweise dabei nicht verletzt", sagte Aregawi. Die Tore des Kinderdorfs wurden geschlossen und die Bewachung verstärkt. "Kinder und Mütter können das Gelände nicht mehr verlassen, es ist zu gefährlich", teilte Aregawi mit. In dem Kinderdorf leben 94 Kinder in elf SOS-Familien.

Lage in Malakal weiterhin kritisch

Es ist bereits das zweite Mal, dass das SOS-Kinderdorf in Malakal in die Kämpfe verwickelt wird. Bereits 2011, vor der Unabhängigkeit des Südsudan, drangen bewaffnete Gruppierungen ins Dorf ein und beschossen sich gegenseitig. Damals musste das Dorf für kurze Zeit evakuiert werden.
Auch diesmal wurde eine Evakuierung des Kinderdorfes ins Auge gefasst. Allerdings ist laut Aregawi eine Verlegung der SOS-Familien auf das Gelände der UN-Mission UNMISS in Malakal auch gefährlich. Mehrere Menschen seien dort verletzt worden. Zudem hätten sich dort bereits über 22.000 Menschen vor den Gefechten hin geflüchtet, die Versorgungslage auf dem Gelände sei schlecht. Es gebe zu wenig Essen und kaum sanitäre Einrichtungen.