Südsudan: SOS-Familien gehen Vorräte aus

Während der Kämpfe wurde SOS-Kinderdorf geplündert

31.01.2014 - Unsichere Waffenruhe im Südsudan: Die Vorräte der SOS-Familien in Malakal gehen zur Neige. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist das SOS-Kinderdorf während der Kämpfe geplündert worden.

Im Dezember brachen im Südsudan schwere Kämpfe und blutige ethnische Unruhen aus. Bis zu 10.000 Menschen wurden getötet, rund 600.000 Menschen flohen nach UN-Angaben. Vergangene Woche einigten sich Rebellen und Regierung überraschend auf einen Waffenstillstand. Trotzdem flammte seitdem an verschiedenen Stellen des Landes Gewalt auf.

Flüchtlinge im Kinderdorf

Flüchtlinge im Südsudan: Mutter mit Kindern, die im SOS-Kinderdorf Malakal Schutz suchen - Foto: Conor Ashleigh
Auf der Flucht: Mutter mit Kindern, die im SOS-Kinderdorf Malakal Schutz suchen - Foto: Conor Ashleigh

Das strategisch wichtige Malakal war einer der Brennpunkte in den vergangenen Wochen. Rebellen und Regierungssoldaten lieferten sich in der Provinzhauptstadt heftige Kämpfe. Im SOS-Kinderdorf Malakal suchten zwischenzeitlich bis zu 1000 Menschen Schutz.

Doch auch das Kinderdorf blieb von Übergriffen nicht verschont. Am 18.1. drangen Rebellen in das Dorf ein. Sie stahlen ein Fahrzeug, Mobil-Telefone sowie Bargeld und bedrohten den Dorfleiter. Beherzte SOS-Mitarbeiter konnten sie jedoch davon abbringen, in die SOS-Familienhäuser einzudringen, wo SOS-Kinder und Mütter Zuflucht gesucht hatten. Schließlich zogen die Rebellen wieder ab. Da Dorf und Mitarbeiter tagelang telefonisch nicht erreichbar waren, wurde der Übergriff erst jetzt bekannt.

"Die UN können unsere Kinder nicht schützen"

Auch nach der Plünderung entschieden sich die SOS-Mitarbeiter in Malakal dafür, das Dorf mit seinen 100 SOS-Kindern nicht zu evakuieren. Der einzig mögliche Zufluchtsort wäre das UN-Gelände in der Stadt gewesen, das zuvor beschossen worden war. „Die UN können unsere Kinder nicht schützen - wir müssen sie beschützen“, erklärten die SOS-Mütter.

Trotz des Waffenstillstandabkommens bleibt die Sicherheitslage im Südsudan weiter angespannt. Es war daher bislang nicht möglich, das SOS-Kinderdorf in Malakal per Lkw mit Lebensmitteln zu versorgen. Die anhaltende Regenzeit erschwert Transporte auf der Straße zusätzlich. Die UN hat zwar zugesagt, Nahrungsmittel für das Kinderdorf in Malakal einzufliegen. Doch bislang ist dort keine Lieferung eingetroffen.

Das SOS-Kinderdorf wartet nun auf Hilfe: Unter den 100 SOS-Kindern sind 40 jünger als fünf Jahre - und damit besonders von Unterernährung gefährdet. Hinzukommen 40 SOS-Jugendliche. Hilfe brauchen auch die Familien und Angehörigen der 30 SOS-Mitarbeiter, rund 400 Menschen, sowie 100 Flüchtlinge, die nach wie vor auf dem SOS-Gelände ausharren.

Hilfslieferung für Malakal

Einige SOS-Mitarbeiter wurden von Malakal vorsorglich nach Juba gebracht, um sie vor ethnischer Gewalt zu schützen. In der Hauptstadt unterstützen sie nun das SOS-Team, das derzeit Hilfslieferungen für Malakal organisiert.

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