Syrien: SOS bringt Kinder in Sicherheit

27.09.2012 - Nach zwei Monaten der Angst mussten die Familien nun ihr Zuhause verlassen: Wegen anhaltender Kämpfe in unmittelbarer Nähe ist das SOS-Kinderdorf im syrischen Aleppo evakuiert worden. Alle 80 Kinder sowie die Mütter wurden ins 360 Kilometer entfernte SOS-Kinderdorf in Damaskus in Sicherheit gebracht.

Junge vor einer mit Einschusslöchern übersäten Hauswand im nord-syrischen Idlib - Foto: REUTERS/Mohamed Nureldin Abdallah
Spuren der Kämpfe: Junge vor einer mit Einschusslöchern übersäten Hauswand in der nord-syrischen Stadt Idlib - Foto: REUTERS / Mohamed Nureldin Abdallah
Aleppo, die zweitgrößte Stadt Syriens im Norden des Landes, gehört seit längerem zum heftig umkämpften Gebiet. Rund um das SOS-Kinderdorf Aleppo wurde die Lage in den vergangenen Wochen immer gefährlicher. Ständig waren Gewehrsalven und Granateneinschläge in der Umgebung zu hören. Vor einigen Wochen war sogar eine Autobombe in unmittelbarer Nähe explodiert.

 

Flucht nach Damaskus

Nachdem zunächst eine Evakuierung des Kinderdorfs wegen der Kämpfe nicht möglich war, nutzte man nun eine kurzfristig ruhigere Phase, um die Kinder und Mütter nach Damaskus zu fahren. Wegen der vielen Kämpfe mussten große Umwege gemacht werden. "Allein für 48 Kilometer um Homs herum benötigten wir zweieinhalb Stunden", erzählte der SOS-Dorfleiter von Aleppo, Gassan Al-Shami, nach der Ankunft in Damaskus.

 

Junge im SOS-Kinderdorf Damaskus
Junge im Kinderdorf Damaskus
Trotz der Kämpfe hätten die Kinder und Mütter aus Aleppo ungern das Dorf verlassen, teilte Al-Shami mit. "Das ist nun mal ihr Zuhause. Niemand verlässt das gern. Aber die Situation war nicht mehr zu verantworten", sagte Al-Shami. "Es ist wirklich traurig, mehr als 17 Jahre lang war es das Zuhause unserer Kinder, jetzt ist es ohne Leben."

 

Wie lange das nun doppelt besetzte SOS-Kinderdorf in Damaskus seine Arbeit aufrechterhalten kann, ist unklar. Auch dieses Kinderdorf musste in den vergangenen Wochen zeitweise evakuiert werden. Nach Abflauen der Kämpfe in dem Vorort konnten Kinder und Mütter allerdings zurückkehren.