Syrien: SOS leistet weiter Nothilfe

02.09.2013 - Trotz der prekären Lage setzen die SOS-Kinderdörfer ihre Nothilfe in Syrien fort. Die Familien im Kinderdorf Damaskus sind derzeit sicher.

Vorerst kein Militärschlag, doch die Angst und die Not im Bürgerkriegsland Syrien bleiben: Kind in Damaskus

Auch wenn die politische Entscheidung über einen Militärschlag der USA gegen Damaskus vertagt ist, herrscht in der syrischen Bevölkerung weiterhin Angst. "Für die Kinder in Damaskus gibt es keinen Platz sich zu verstecken", sagte Rasha Muhrez, Koordinatorin des Nothilfeprogramms der SOS-Kinderdörfer in Syrien am Wochenende. Viele Regierungseinrichtungen liegen in Wohngebieten über die Stadt verteilt. Kinder, die in der Nähe solcher Einrichtungen leben, sind bei einem möglichen Angriff in Gefahr. "Die Menschen in Syrien haben alle die selben Ängste. Ungeachtet dessen auf welcher Seite sie stehen. Sie flehen um Frieden zum Wohl ihrer Kinder", so Rasha Muhrez.

Nachdem am vergangenen Wochenende über einen Militärschlag gegen Syrien durch die USA und verbündete Staaten spekuliert wurde, ist die Gefahr, die von einer solchen Aktion für das SOS-Kinderdorf Damaskus ausgeht, zumindest vorerst abgewendet. US-Präsident Barack Obama macht eine mögliche Militäraktion von der Entscheidung des Kongresses abhängig. Dieser wird ab dem 9. September 2013 über den Einsatz beraten.

Angst vor Militärschlag

"Die Familien im SOS-Kinderdorf Damaskus sind sicher", sagt Rasha Muhrez und ergänzt: "Aber was die Zukunft bringt, lässt sich nicht vorhersagen." Die Angst vor einem möglichen Militärschlag gegen Damaskus besteht fort. Die SOS-Mütter und -Mitarbeiter kümmern sich mit aller Kraft um die verängstigen Kinder. Vorbeugend wurde ein Erste-Hilfe-Training gemacht sowie Notfallpläne aufgestellt.

SOS-Nothilfe für Flüchtlingsfamilien

Derzeit versorgt das SOS-Kinderdorf Damaskus von Monat zu Monat 180 Flüchtlingsfamilien in der Umgebung. Diese Unterstützung kann nun bis zur zweiten Septemberwoche ausgeweitet werden. Als sich in der vergangenen Woche die ersten Gerüchte über einen bevorstehenden Angriff in Damaskus verbreiteten, gingen bald die Lebensmittel in den Geschäften zu Neige, und die Preise für Essen stiegen innerhalb von Stunden um das Zwanzigfache.

Trotz der anhaltenden Unruhen und Kämpfe konnten die SOS-Teams in Syrien in den vergangenen Monaten rund 60.000 Mahlzeiten verteilen. Die Essen wurden an Flüchtlingsfamilien in den Städten Damaskus und Aleppo ausgegeben. Zudem konnten zum Ende des Ramadans Familien in Daraa, nahe der jordanischen Grenze mit 1.500 warmen Mahlzeiten versorgt werden.

Wieder zur Schule

Ein weiterer Schwerpunkt der SOS-Nothilfe ist es, Kindern den Schulbesuch wieder zu ermöglichen. Viele Kinder haben seit etwa zwei Jahren keine Schule mehr besucht. Nicht wenige Schulen sind entweder zerstört oder dienen als Unterkünfte für Flüchtlinge. Ungeachtet einer Eskalation der Gewalt halten die SOS-Teams vor Ort am Vorhaben fest, rund 6.000 Kindern wieder den Schulbesuch zu ermöglichen. In einem ersten Schritt unterstützt SOS die Kinder und Familien dabei, die für einen Schulanmeldung nötigen Dokumente zusammenzustellen. Außerdem kümmert sich die SOS-Nothilfe um die Schulgebühren sowie um Bücher, Stifte und Hefte für die Kinder, die jahrelang von der Schule fern bleiben mussten. Wegen der wenigen verfügbaren Schulgebäude muss der Unterricht in Schichten abgehalten werden. Manche Kinder können daher erst abends unterrichtet werden. Die Initiative wird gemeinsam mit anderen Organisation umgesetzt. Zudem wir daran gearbeitet, Kleidung und Decken für den bevorstehenden Winter zu verteilen.

Syrien: Spenden Sie jetzt!

Jede Spende hilft: Unterstützen Sie die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in Syrien. Bitte helfen Sie Kindern auf der Flucht mit einer Spende!

 Jetzt helfen!