Bosnien: Ein Spielbus auf Versöhnungskurs

Der Superbus der SOS-Kinderdörfer fährt seit zehn Jahren durch Bosnien-Herzegowina, um Kinder aller Ethnien zum Spielen einzuladen. Die Kinder lieben ihn – und überwinden im Spiel ihre Vorurteile.

"Jeder darf mitspielen!" lautet das Motto, wenn der "Superbus" kommt.
Vor einiger Zeit in Sarajevo: Ein Bus fährt auf einen Parkplatz, eben will die Fahrerin die Gebühr bezahlen, als ein Junge dem Parkwächter erklärt: "Du kannst doch kein Geld von ihnen nehmen! Sie kommen extra her, um mit uns zu spielen!" Der Mann stutzt – und winkt den Bus durch. "Ihr müsst ja was Besonderes sein, wenn die Kinder sich so für euch einsetzen", sagt er noch, und damit hat er wohl Recht. Seit zehn Jahren fährt der "Superbus" der SOS-Kinderdörfer kreuz und quer durch Bosnien-Herzegowina, um Jungen und Mädchen zum Spielen einzuladen. Das Team hat in dieser Zeit mit 80.000 Kindern gearbeitet.

Brennpunkte: Das Recht auf Spiel

Es sind vorwiegend arme Gegenden und Brennpunkte, an denen der Superbus Halt macht, dort, wo das Leben für viele Kinder belastend und schwierig ist. Das Superbus-Team verhilft ihnen zu ihrem Recht auf Spiel. Manche Kinder zählen die Sonnenaufgänge, bis endlich wieder die Bälle, Farben, Jonglierteller und Brettspiele ausgepackt werden. Oberste Regel: Jeder darf mitspielen! Das klingt einfach – und ist doch eine große Herausforderung. Fast 20 Jahre nach Ende des Bosnienkrieges sind die Spannungen zwischen den Volksgruppen immer noch deutlich spürbar, manchmal müssen Polizisten die Spielaktivitäten bewachen. So ist der Superbus auch ein Beitrag zum Frieden im Land. Tatjana Rukavina, eine der Mitarbeiterinnen, sagt: "Meine Hoffnung ist, dass Kinder, die miteinander spielen, später zu Erwachsenen werden, die miteinander leben."

Kleine Erfolge: Überwindung von Vorurteilen

Es sind die kleinen Erfolge, die zählen: Wenn ein Junge, von dem es heißt, er könne seine Wut nicht kontrollieren, friedlich und sanft mit den anderen spielt. Oder wenn ein Mädchen ein Buch vermisst und sämtliche Kinder des Nachmittags helfen zu suchen, egal, welcher Ethnie sie angehören. Ivana Draco, eine der SOS-Psychologinnen, glaubt: "Kinder können Vorurteile überwinden, aber sie brauchen Unterstützung dabei." Das Superbus-Team ist an ihrer Seite – das spüren sie.

Simone Kosog
 

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