Bolivien: Ein ganz besonderes Fest

Weihnachtsgeschichte aus dem SOS-Kinderdorf Tarija

Teresa liebt ihre kleine Schwester Maria über alles. Seit Maria vor ein paar Monaten laufen gelernt hat, spaziert Teresa täglich mit ihr durch das SOS-Kinderdorf. Und zum Essen klettert Maria stets auf Teresas Schoß. SOS-Mutter Fernanda betreut die Mädchen liebevoll und wacht gleichzeitig darüber, dass die sechsjährige Teresa sich nicht übernimmt. Im Dezember wartet aber noch eine andere, wichtige Aufgabe auf Fernanda: Sie wird Teresa und Maria helfen, ein Geschenk für ihre leibliche Mutter zu basteln.

Auf dem Schoß ihrer Schwester schmeckt Maria das Essen am besten! Fotos: Joris Lugtigheid

 

Angst vor Weihnachten


Teresa liebt ihre kleine Schwester Maria über alles.

Schon im vergangenen Dezember reiste Fernanda mit den beiden Mädchen zu deren Mutter, die bei Verwandten lebt. Die junge Frau ist taubstumm und zudem psychisch krank. Ob sie ihre Töchter erkennt, ist nicht immer klar. Weil Teresa das weiß, hatte sie im vorigen Jahr große Angst vor dem Wiedersehen. Und die Befürchtungen des kleinen Mädchens schienen sich zu bestätigen: Während des Weihnachtsbesuchs nahm Teresas Mutter ihre Kinder kaum wahr. In Gedanken versunken wanderte sie über die Felder hinter dem Haus und spielte mit Steinen.

Erst als es an der Zeit war, Abschied zu nehmen, fiel ihr etwas ein. Sie rannte zum Schuppen und kam mit zwei Puppen zurück. Die Puppen waren neu, aber schmutzig, weil die junge Frau sie fast ein Jahr lang versteckt hatte.

Das schönste Geschenk


Seit Maria vor ein paar Monaten laufen gelernt hat, spaziert Teresa täglich mit ihr durch das SOS-Kinderdorf.

Ein Verwandter erinnerte sich, dass die lokale Kirchengemeinde seinerzeit Geschenke an die Armen des Dorfes verteilt hatte. Die Mutter von Teresa und Maria hatte mit Gesten und Tränen zu verstehen gegeben, dass sie Puppen für zwei kleine Mädchen brauche. Sie bekam die Puppen, die sie sorgfältig vor der Welt versteckte. Zum ersten Mal konnte sie ihren Töchtern etwas zu Weihnachten schenken.

Teresa war beim Abschied von der Mutter traurig und selig zugleich. Selig nicht nur wegen der Puppen, sondern vor allem, weil ihre Mutter sich an sie und Maria erinnert hatte. In diesem Jahr freut sich Teresa schon lange vorher auf den Besuch bei ihrer Mutter. Weihnachten kann kommen!

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