Wie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer wirkt

Wir wollen wissen, wie unsere Kinderdorfkinder und Teilnehmer an unseren Familienstärkungsprogrammen später in ihrem Leben zurechtkommen. Deshalb gibt es in Österreich und Deutschland periodisch Befragungen von Kindern und Jugendlichen, die in unseren Einrichtungen betreut wurden. Welche Herausforderungen haben sie und wie können wir künftig mit unserer Betreuung diesen möglichst gerecht werden?

Was können wir verbessern? Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit, im Gespräch mit SOS-Jugendlichen in Äthiopien. Foto: Patrick Wittmann

Die genaue Evaluierung und detaillierte Reflexion unserer Programme sind für unsere Organisation in vielerlei Hinsicht wichtig: Sie verbessern nachhaltig unsere Arbeit und zeigen zudem den Begünstigten auf, wie viel sie schon erreicht und wie sich ihr Leben dadurch verbessert hat. Das stärkt Selbstvertrauen und Eigeninitiative.

Zusätzlich zu unseren Befragungen in Österreich und Deutschland sowie zum Programm "Tracking Footprints", über das die Erfahrungen von ehemaligen SOS-Kindern ausgewertet werden, haben wir ein weiteres Projekt gestartet.

Im Februar 2015 haben wir mit einem Pilotprojekt in Form von Befragungen zur Wirksamkeit unsere Arbeit in zwei afrikanischen Ländern begonnen: In Mbabane, der Hauptstadt von Swasiland, sowie in der äthiopischen Stadt Awassa. Insgesamt konnten wir mit mehr als 160 Menschen sprechen (80 ehemalige SOS-Begünstigte sowie 80 Teilnehmer aus einer Vergleichsgruppe). Es ging uns zum einen darum, Informationen über deren Lebenssituation zu sammeln. Zum anderen galt es zu bestimmen, welche Auswirkung die Teilnahme an einem SOS-Programm auf die Befragten selbst sowie auf ihr Umfeld hat. In den Interviews wurden viele verschiedene Aspekte betrachtet, wie der Familien- und Beziehungsnetzwerk, Bildungs- und damit verbundenen Einkommensniveau, Gesundheit, Selbstwertgefühl, Lebens- und Wohnbedingungen, die als Indikatoren für die soziale Wirkung auf das Individuum und Gemeinschaft gelten.

Die Interviews haben ortsansässige SOS-externe Experten geführt. Dies erfolgte in Zusammenarbeit mit dem in Großbritannien ansässigen Forschungsunternehmen "The Research Base". Der Abschlussbericht des Pilotprojekts beinhaltet auch eine Bewertung der angewendeten Methodik, die das Projektteam entwickelt hat. Auf Basis dieser Bewertungsergebnisse entsteht eine überarbeitete Methodik für kommende Interviews, die 2015 an insgesamt fünf weiteren Standorten zum Einsatz kommt: In Nepal, Tansania und Togo sowie im Senegal und an der Elfenbeinküste.

Erfahren Sie mehr über die Ergebnisse des Pilotprojekts. Auch über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie in den kommenden Monaten an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.