Kämpfe im Südsudan: SOS-Mitarbeiter angeschossen

Juba/München, 16.1.2014 – Die Kämpfe im Südsudan nehmen trotz der laufenden Friedensverhandlungen an Heftigkeit zu: In der Stadt Malakal im ölreichen Norden des Landes toben heftige Gefechte, teilte die Kinderhilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit in München mit. Angreifende Rebellen versuchen demnach die Provinzmetropole unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei den Kämpfen wurde ein Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer angeschossen.

Der SOS-Mitarbeiter, ein Jugendleiter, geriet ins Kreuzfeuer, als er sich außerhalb des Kinderdorfs Malakal befand. Er wurde im Krankenhaus versorgt, inzwischen konnte er wieder entlassen werden.

Angesichts der zunehmenden Gewalteskalation beschloss die Dorfleitung zunächst, das SOS-Kinderdorf mit seinen 94 Kindern zu evakuieren. Möglicher Zufluchtsort ist das UN-Gelände in Malakal, wo nach Angaben der UNO 12.000 Menschen Schutz suchen.

Allerdings sind nach Aussagen der SOS-Mitarbeiter vor Ort die Kämpfe in den Straßen so heftig, dass die Dorfleitung entschied, die geplante Evakuierung zu stoppen. Das Risiko, nach dem Verlassen des Kinderdorfs ins Kreuzfeuer zu geraten, sei zu hoch. Zudem sei die Sicherheit der SOS-Familien auch in dem überfüllten UN-Camp nicht gewährleistet. „Vier Flüchtlinge wurden innerhalb des UN-Camps von Schüssen getroffen, was zeigt, dass der Schutz dort nicht ausreicht“, erklärte Simon Ruai, stellvertretender Leiter des SOS-Kinderdorfs in Malakal.

München, 16.1.14

Weitere Informationen:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org