SOS-Kinderdörfer: Kinderarbeit endlich politisch und wirtschaftlich ächten

Aufruf zum Tag gegen Kinderarbeit am 12.6.

11.06.2015, München – Weltweit müssen 160 Millionen Kinder arbeiten, statt in die Schule zu gehen. Die Hälfte dieser Kinder muss sogar sehr schwere oder gesundheitlich gefährliche Arbeit verrichten. Darauf wiesen zum Tag gegen Kinderarbeit (12.6.) die SOS-Kinderdörfer weltweit hin.

Der Hauptteil der Kinder arbeitet in der Landwirtschaft. „Oft sind das ländliche Kleinstbetriebe der Eltern, in denen die Kinder mitarbeiten müssen, weil sonst ein Überleben der Familie nicht gewährleistet ist“, erklärte der Pressesprecher der Organisation, Louay Yassin, in München.  Viele Kinder müssten jedoch auch extrem schwere und gesundheitlich gefährliche Arbeit in Steinbrüchen und Minen verrichten. Mädchen würden häufig zur Prostitution gezwungen. Und Millionen Kinder arbeiteten tagein, tagaus in der Bekleidungsindustrie.

„Immerhin hat die Zahl der arbeitenden Kinder seit dem Jahr 2000 um etwa ein Drittel abgenommen“, sagte Yassin. „Es ist also durchaus möglich, die Kinderarbeit zu verringern, wenn der politische Druck aus Europa und Nordamerika stark genug ist. Allerdings ist diese Zahl weiterhin viel zu hoch.“

Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer arbeiten noch immer viele Unternehmer und Subunternehmer in Asien und Afrika mit Kinderarbeit. Hier sei es Aufgabe der westlichen Industrie und Politik, Standards zu schaffen, die sicherstellten, dass keine Kinder als Arbeiter für Waren missbraucht würden, die hierzulande verkauft werden.

„Kinder, die arbeiten, statt zur Schule zu gehen, werden ihr ganzes Leben arme Minimallohn-Arbeiter bleiben“, sagte Yassin. Wenn sie stattdessen zur Schule gehen könnten, hätten sie die Chance auf eine bessere Zukunft.  „Hier muss Politik und Industrie endlich deutlich handeln, um Kinderarbeit endgültig zu ächten.“

Verbrauchern in Deutschland raten die SOS-Kinderdörfer, auf entsprechende „Fair“-Labels zu achten, die Kinderarbeit ausschlössen.

Zugehörige Fotos haben die SOS-Kinderdörfer bereits am 10.6.15 über den dpa-Fotodienst veröffentlicht.

München, 11.6.15

Weitere Informationen:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de