Bundesentwicklungsminister Niebel sagt SOS-Kinderdörfern 1,3 Millionen Euro zum Bau einer Schule und einer Krankenstation in Haiti zu

24.05.10 - Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird in Haiti den Bau einer öffentlichen Schule und einer Krankenstation unterstützen. Dies sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel am Sonntag, 23. Mai, bei einem Besuch im SOS-Kinderdorf Santo bei Port-au-Prince. "Mit großem Interesse haben wir erfahren, dass die 'SOS Kinderdörfer weltweit' gemeinsam mit den zuständigen Behörden von Haiti den Bau einer Schule und eines medizinischen Zentrums planen", sagte der Minister. "Die Bundesrepublik Deutschland wird diese Einrichtungen mit 1,3 Millionen Euro fördern."

Niebel erkundigte sich über die im SOS-Kinderdorf und in der angeschlossenen Hermann Gmeiner Schule geleistete Arbeit und über das nach dem Erdbeben vom 12. Januar angelaufene Hilfsprogramm. Celigny Darius, der Direktor der SOS-Kinderdörfer Haiti, bedankte sich für die Hilfe, die das Kinderdorf in Santo und die daran angeschlossenen Gemeindezentren nach der Katastrophe von deutschen Organisationen erhalten haben.

Bei einem Rundgang durchs Dorf besuchte Niebel eine Kinderdorf-Familie in ihrem Haus und besichtigte neu aufgestellte Übergangsunterkünfte für Kinder, die nach dem Beben aufgenommen wurden. Von den über 500 unbegleiteten Kindern, die seit dem 12. Januar ins Dorf kamen, konnten 140 inzwischen wieder mit ihren Familien zusammengeführt werden. Bei den anderen wird noch geprüft, ob es überlebende Angehörige gibt.

"Wir sind überzeugt, mit den 'SOS Kinderdörfern weltweit' einen kompetenten Partner gefunden zu haben, der seit über 30 Jahren in Haiti präsent ist und mit seiner Arbeit zu einer langfristigen und nachhaltigen Entwicklung des Landes beiträgt", sagte Niebel zum Abschluss seines Besuchs. "Wir gehen davon aus, dass mit dem Bau der Schule noch 2010 und mit dem des medizinischen Zentrums 2011 begonnen wird."

Außer dem Dorf in Santo/Port-au-Prince betreiben die SOS-Kinderdörfer Haiti ein weiteres Kinderdorf in Cap Haitien im Norden des Landes. Ein drittes ist in Planung. In Santo lebten vor dem Erdbeben 153 Kinder mit ihren SOS-Müttern in 19 Häusern. Derzeit wohnen dort 433 Kinder. Die ursprünglich 16 Gemeindezentren des SOS-Familienstärkungsprogramms wurden nach dem Beben mit der Unterstützung der lokalen Bevölkerung auf über 100 Lebensmittelverteilungsstellen ausgebaut. Die Küchen in diesen Verteilungsstellen versorgen über 15.000 Kinder mit Essen und entlasten so die Mütter in ihrem täglichen Kampf ums Überleben.

Mittel- und langfristig planen die SOS-Kinderdörfer gemeinsam mit dem Erziehungsministerium von Haiti den Bau mehrerer neuer und den Wiederaufbau zerstörter öffentlicher Schulen. Die SOS-Kinderdörfer weltweit wollen sich dabei auch in der Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer engagieren.

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