SOS-Kinderdörfer verurteilen Missbrauch von Kindern als Selbstmordattentäter in Nigeria

14.04.16, Lagos – Die Terrormiliz Boko Haram missbraucht immer mehr Kinder als Selbstmordattentäter. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um das Elffache gestiegen: 44 Kinder wurden in den vergangenen zwölf Monaten von der islamistischen Gruppe in den afrikanischen Ländern Kamerun, Niger, Tschad und Nigeria instrumentalisiert. Mittlerweile ist jeder fünfte Selbstmordattentäter ein Kind. Drei Viertel davon sind Mädchen, die bedroht und oft unter Drogen gesetzt werden, um sich im Dienste der Terrororganisation in die Luft zu sprengen.

Der Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer in Nigeria, Eghosa Erhumwunse, verurteilt die noch „nie dagewesene, feige und grausame Nutzung von Kindern als lebende Bomben.“ Die Rekrutierung von Minderjährigen als Selbstmordattentäter sei „illegal und das größte Verbrechen, das die Menschheit je erlebt hat.“ Deshalb ruft Erhumwunse nicht nur Nigeria, sondern die ganze Welt dazu auf, die Stimme gegen „diese schockierendste Form der Verletzung von Kinderrechten“ zu erheben.

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
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