Sudan: Eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt wählt

"Solange der Konflikt anhält, haben die Kinder keine Zukunft"

14.04.2015, München/Karthum - Seit Jahrzenten herrscht ein blutiger Bürgerkrieg im Sudan. Etwa vier Millionen Binnenflüchtlinge mussten bisher ihr Zuhause verlassen. Andere haben Zuflucht in den Nachbarländern gesucht; Geschätzte 70 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder, die dringend humanitärer Hilfe bedürfen.

"Solange der Konflikt andauert, werden die Kinder am meisten unter den Folgen von Krieg und Vertreibung leiden.  Sie werden zu einer verlorenen Generation heranwachsen, ohne Bildung und ohne Perspektive", warnt Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit in München. In Hinsicht auf die derzeit stattfindenden Wahlen ergänzt Vyslozil: "Das Ergebnis der Wahlen muss Frieden sein."

Im Sudan ist Kinderarbeit weit verbreitet, berichtet die Hilfsorganisation, die sich seit vielen Jahren um Not leidende Kinder kümmert, weiter. Kinder müssen in Fabriken oder auf dem informellen Sektor arbeiten, putzen Schuhe, waschen Autos oder verkaufen Kleinwaren auf der Straße; andere müssen betteln gehen. In den ländlichen Gebieten arbeiten Kinder in der Landwirtschaft. Mädchen sind besonders benachteiligt, da sie noch seltener eine Schule besuchen können und häufig in jungen Jahren zwangsverheiratet werden. In den Kampfgebieten werden viele Kinder als Kindersoldaten rekrutiert.

"Die Kinder sind dem Konflikt schutzlos ausgeliefert", sagt Vorstand Vyslozil. "Kinder verlieren den Schutz ihrer Familien, weil sie entweder auf der Flucht gewaltsam von den Eltern getrennt werden oder aufgrund der enormen Armut. Hier besteht dringender Handlungsbedarf und dafür muss der Krieg aufhören", appelliert Vyslozil.

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München, 14.4.15

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