SOS-Kinderdorf Bata

In diesem Land, in dem eine echte partizipative Demokratie ein unerfüllbarer Traum scheint, hat die Bevölkerung bislang nicht vom Ölreichtum der vergangenen Jahre profitiert. Es herrscht großer Mangel an medizinischer Versorgung und viele Familien Können sich es nicht leisten, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Medizinische Versorgung für viele weder zugänglich noch erschwinglich


Drei Kinder lernen gemeinsam lesen und schreiben im SOS-Kinderdorf. (Foto: SOS-Archiv)
 

Bata liegt an der Atlantikküste von Äquatorial-Guinea und hat etwa 180 000 Einwohner. Die frühere Landeshauptstadt ist aufgrund des Hafens immer noch ein wichtiges Handelszentrum. SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in der Region aufgrund der hohen Armutsraten in weiten Teilen der Bevölkerung.

Die Lebenserwartung ist niedrig, die Arbeitslosigkeit sehr hoch und das Analphabetentum vor allem in den ärmsten Bevölkerungsschichten weit verbreitet. Die jüngste Entdeckung von Erdölvorkommen hat dem Land zwar neue Einkünfte gesichert, aber das sogenannte „Wachstum ohne Mehrbeschäftigung“ geht an der Mehrheit der Bevölkerung vorbei.

Die Bevölkerung von Bata und ganz Äquatorialguinea leidet an einem maroden Gesundheitssystem. Es fehlt an Personal, Infrastruktur und finanziellen Mitteln. Viele Menschen können sich eine medizinische Versorgung schlichtweg nicht leisten: eine Nacht im Krankenhaus von Bata kann den Durchschnittsverdiener bis zu zweieinhalb Monatsgehälter, eine Nacht auf der Intensivstation mehr als sechs Monatsgehälter kosten.

Daher ist die in Äquatorial-Guinea offiziell anerkannte Vereinigung der traditionellen Heiler im Wachstum begriffen. Im Vergleich zu 153 Ärzten gibt es rund 800 praktizierende Wunderheiler, deren traditionelle Behandlungsmethoden im Kampf gegen Tuberkulose, HIV/AIDS und Malaria jedoch nur selten Erfolge zeigen. Der Mangel an Informationen – oder die Verbreitung von Fehlinformationen – verschlimmert die Lage zusätzlich.

Tausende Kinder sind vor allem aufgrund der hohen HIV/AIDS-Prävalenzrate vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht. Zahlreiche erkrankte Familien aus den ländlichen Gebieten kommen in der Hoffnung auf ärztliche Behandlung nach Bata. Die hohen Lebenshaltungskosten und der Mangel an Beschäftigung verschlimmern jedoch nur ihre Lage. Dadurch ist die Zahl der Straßenkinder, der obdachlosen Kinder und der kindergeführten Haushalte stark gestiegen.

Dringender Bedarf an Unterstützung für Familien

Das SOS-Kinderdorf Bata wurde im Jahr 2000 eröffnet. In jüngster Zeit haben wir unsere Angebote weiter ausgebaut, um durch das SOS-Familienstärkungsprogramm mehr notleidende Familien in der Bevölkerung zu erreichen. Wir stellen sicher, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erhalten und helfen Familien bei der Versorgung und Betreuung ihrer Kinder, beispielsweise durch Unterstützung bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Kinder und ihre Betreuungspersonen erhalten Beratungen und psychologischen Beistand, und wir helfen Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns für die Stärkung gemeindebasierter Unterstützungssysteme für notleidende Familien ein. Derzeit werden etwa 400 Kinder und ihre Familien durch unsere Leistungen begünstigt.

Unsere Arbeit in Bata


SOS-Kinderdorf bietet medizinische Hilfe für Familien in der Nachbarschaft. (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-medizinische Zentrum in Bata behandelt jeden Monat ca. 2000 Patienten. Menschen aus der lokalen Bevölkerung, die sich sonst diese Dienste nicht leisten könnten, erhalten eine medizinische Grundversorgung, Routineuntersuchungen und Gesundheitsprävention sowie stationäre Behandlungen und Geburtshilfe. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, wurde das Zentrum im Jahr 2012 aufgebaut.

Bis zu 100 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schließen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Der Kindergarten bietet circa 180 Betreuungsplätze. Etwa 850 SchülerInnen werden in den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen in Bata in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren oder sich eine Arbeit suchen möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Sie bleiben natürlich weiter in engem Kontakt mit ihrer SOS-Mutter und ihren Geschwistern. 

 

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