SOS-Kinderdorf Mombasa

Tausende Slumbewohner fristen in Mombasa ein Leben in Armut und leiden an sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung. Viele Kinder sind aufgrund der Schulgebühren und der Kosten für das Unterrichtsmaterial vom Bildungssystem ausgeschlossen. Ihre Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig.

Tausende Menschen kämpfen jeden Tag ums Überleben


Dank unserer Unterstützung, kann diese junge Mädchen zur Schule gehen (Foto: M. Peru). 
Die Stadt Mombasa liegt auf Mombasa Island im Indischen Ozean und ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Die Bevölkerung umfasst derzeit etwa 940 000 Einwohner. Die Stadt lebt hauptsächlich vom Handel, dem Seehafen und in zunehmendem Maße auch vom Fremdenverkehr. Trotz der Einnahmen aus dem Tourismus in der Region leben mehr als 150 000 Menschen in den Slums von Mombasa in bitterer Armut ohne. In den Elendsvierteln gibt es weder fließendes Wasser noch sanitäre Einrichtungen oder Abwassersysteme. Zahlreiche Familien können ihre Kinder nicht ausreichend ernähren. Ein Anstieg der Weltmarktpreise für Lebensmittel kann für viele Familien Hunger bedeuten. Tausende Kinder leiden an Mangelernährung und vermeidbaren Krankheiten. Auch die HIV-Infektionsrate ist in den Slums erschreckend hoch - einigen Schätzungen zufolge liegt sie bei 75 Prozent.

In Mombasa findet man zahlreiche Kinder ohne elterliche Fürsorge, die völlig auf sich alleine gestellt auf der Straße leben, sich mit Gelegenheitsdiebstählen über Wasser zu halten versuchen und ums nackte Überleben kämpfen. Viele dieser Kinder schnüffeln Klebstoff, um das Hungergefühl zu betäuben. Manchmal leben ganze Familien seit Generationen auf der Straße. Diese „Überlebenden“, wie sie sich selbst nennen, haben meist keine amtlichen Papiere, wodurch der Zugang zum Bildungssystem und anderen sozialen Leistungen fast unmöglich wird. Das kommerzielle Sexgewerbe hat sich in Mombasa in jüngster Zeit vor allem aufgrund der Nachfrage durch westliche Touristen weiter ausgebreitet. Geschätzte 30 000 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren arbeiten in den Clubs und Go-Go-Bars der Stadt. Meist stammen diese Kinder aus armen Verhältnissen und werden mit falschen Versprechungen von Arbeit und einem besseren Leben in die Sexindustrie gelockt. Die sogenannten „Beach Boys“ in Mombasa verkaufen sich an ältere, alleinstehende Frauen aus dem Westen. Die meisten benutzen keine Kondome, weil sie glauben, dass weiße Frauen nicht mit HIV infiziert sind.

Unterstützung und Hoffnung für die Zukunft bieten

SOS-Kinderdorf setzt sich in Mombasa seit 1979 für notleidende Kinder ein. Im Jahr 2008 wurde aufgrund des dringenden Bedarfs an Unterstützung für die lokale Gemeinde ein Familienstärkungsprogramm ins Leben gerufen. Vor allem die Slumbewohner leiden unter niedrigen Löhnen, Arbeitslosigkeit, dem Mangel an Schulen und überfüllten Klassen, schlechter Gesundheitsversorgung, Umweltverschmutzung durch Müllberge, Überflutungen durch unzureichende Abwassersysteme, maroder Infrastruktur und fehlenden Erholungsmöglichkeiten. In einer Reihe von Workshops mit Vertretern der Gemeinde hat das SOS-Team die größten Herausforderungen identifiziert und einen Maßnahmenkatalog zur Linderung der Not formuliert, um gefährdete Familien vor der Zerrüttung zu bewahren. Das SOS-Sozialzentrum des Kinderdorfs Mombasa versorgt Familien mit Nahrung, Kleidung und Unterkunft und sorgt dafür, dass ihre Kinder zur Schule gehen und dem Unterricht folgen können, und bietet darüber hinaus medizinische Versorgung, Beratungen und psychologischen Beistand sowie Hilfe für Familien, die an HIV/AIDS leiden.

Unsere Arbeit in Mombasa


Eine SOS-Mutter und ihre Kinder essen zusammen in ihrem vor kurzem renovierten Zuhause (Foto: M. Peru).
Bis zu 130 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Jedes Haus hat einen kleinen Obst- und Gemüsegarten und Ziegen, Kühe oder Gänse, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Selbstversorgung des Dorfes geleistet. Seit 2011 wird das Dorf mit Solarenergien betrieben.

Der SOS-Kindergarten steht sowohl Kindern aus dem Kinderdorf als auch aus der Gemeinde offen. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Später besuchen sie die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule in Mombasa, in der über 480 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der Umgebung unterrichtet werden. Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen.

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