SOS-Kinderdorf Dakar

Die Lebensbedingungen einer wachsenden Stadtbevölkerung können nur dann nachhaltig verbessert werden, wenn Kinder und Jugendliche Zugang zum Bildungssystem und dadurch als Erwachsene bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten

Prekäre Lebensbedingungen und Kinderarbeit gehören zum täglichen Leben


Auf dem Weg zur Schule – SOS-Kinderdorf leitet eine Volkschule in Dakar.  (Foto:  C. Ladavicius )
Dakar liegt auf einer Halbinsel im Westen Senegals und hat rund 2,5 Millionen Einwohner. Wie viele andere afrikanische Städte ist auch Dakar durch ein ungebremstes und unkontrolliertes Wachstum und einer großen Kluft zwischen arm und reich gekennzeichnet. Die zahlreichen Elendsviertel am Stadtrand sind überfüllt; im Durchschnitt leben bis zu 8000 Menschen auf zwei km2. Darüber hinaus leben die Slumbewohner in unsicheren und baufälligen Behausungen, die immer wieder überflutet werden.

Geschätzte 7600 Kinder betteln jeden Tag auf den Straßen der Metropolregion Dakar; manche sind erst zwei Jahre alt. Unter ihnen sind viele kleine Jungen aus Migrantenfamilien, die aus den ländlichen Regionen oder den Nachbarländern stammen. Häufig leben sie jedoch nicht länger bei ihren Familien. Zahlreiche Eltern geben ihre Söhne in die Hände von Koranlehrern. Ohne den Schutz ihrer Herkunftsfamilien sind diese Jungen in hohem Maße von Ausbeutung bedroht. Andere Kinder arbeiten als Lastenträger, sammeln Müll oder verkaufen Kleinwaren auf der Straße. Häufig haben sie kein Zuhause, schlafen auf der Straße und leiden an Unterernährung. Durchfall und andere Krankheiten sind weit verbreitet, die langfristige Entwicklung der Kinder stark gefährdet.

Die meisten Straßenkinder gehen nicht zur Schule. In diesem relativ stabilen westafrikanischen Land sind zwar einige Fortschritte erzielt worden, aber Kinder von Flüchtlingen oder Migranten, Kinderarbeiter, Kinder mit Behinderungen oder aus Familien, die an HIV/AIDS leiden, sind im Bildungssystem nach wie vor extrem benachteiligt. Die Schulen in Dakar sind häufig überfüllt und durch den stetigen Zustrom von Kindern aus den verarmten ländlichen Gebieten überlastet.

Unzureichende medizinische Versorgung gefährdet das Leben tausender Kinder

Obwohl die Lebensbedingungen in den Slums von Dakar nicht ganz so prekär wie in anderen Landesteilen sind, ist das Armutsniveau sehr hoch. Zu den größten Problemen zählen die Kinder- und Müttersterblichkeit, Malaria und sexuell übertragbare Infektionen, darunter HIV. Die Malaria ist im Senegal die häufigste Todesursache. Jedes Jahr sterben Tausende Kinder an vermeidbaren Krankheiten. Lediglich 42 Prozent erhalten alle notwendigen Impfungen.

Unsere Arbeit in Dakar


Das SOS-Familienstärkungsprogramm hat diese alleinerziehende Mutter von sieben Kindern Geholfen, einen Gemüsestand vor ihrem Haus einzurichten. Damit kann sie ihren Lebensunterhalt verdienen und auf ihre Kinder aufpassen (Foto:  C. Ladavicius).
SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit im Senegal im Jahr 1977. Das erste Kinderdorf wurde in einem Vorort der Hauptstadt Dakar errichtet. In der Vergangenheit leistete SOS-Kinderdorf bei schweren Überflutungen in Dakar auch Soforthilfe und verteilte Lebensmittel, Medikamente, Matratzen und Moskitonetze an die betroffenen Familien.

Die SOS-Sozialzentren leiten ein Familienstärkungsprogramm für die lokale Bevölkerung. Wir sorgen dafür, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung, medizinischer Versorgung und Sozialleistungen erhalten und helfen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen, damit sie besser für ihre Kinder sorgen können. Die SOS-Sozialzentren bieten darüber hinaus medizinische Versorgung, Beratungen und psychologischen Beistand sowie Unterstützung für Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind.


Bis zu 150 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten und die SOS Hermann Gmeiner Grundschule zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schließen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Begleitet durch qualifizierte Fachkräfte können sie sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten und erhalten Unterstützung bei der Suche nach Arbeit oder einem Ausbildungsplatz.
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