SOS-Kinderdorf Louga

Hier in Louga, am Rande des „Erdnussbeckens“, wird die Lebensgrundlage der Kleinbauern zunehmend durch Dürren und Überflutungen gefährdet. Aufgrund der Ernährungsunsicherheit leiden tausende Kinder an Mangelernährung und ein Leben lang an den häufig irreparablen negativen Auswirkungen auf ihre körperliche Entwicklung.

Ernährungsunsicherheit und Mangel an Bildung gefährden die Zukunft der Kinder


Der SOS-Kindergarten bieten Kindern einen guten Start ins Leben (Foto: C. Ladavicius)
Louga liegt im Norden Senegals und hat knapp 83 000 Einwohner. Die Gegend ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, das Klima sehr heiß und trocken. Aufgrund der Ausbreitung der Sahara und des globalen Anstiegs der Lebensmittelpreise leiden immer mehr Haushalte an Ernährungsunsicherheit. In Dürrejahren und nach Überflutungen müssen zahlreiche Familien hungern.

Die allgemeine Alphabetisierungsrate liegt im Senegal bei rund 50 Prozent, ist allerdings in den Stadtgebieten höher als auf dem Land und bei Männern höher als bei Frauen. Etwa 85 Prozent der Kinder werden eingeschult, aber die Schulabbruchsrate ist extrem hoch.. Dies ist die Folge der weit verbreiteten Not - zahlreiche Kinder müssen arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Andere Kinder brechen ihre Ausbildung ab, weil sich ihre Eltern schlichtweg nicht darum kümmern können, ob sie zur Schule gehen oder genügend Unterrichtsmaterial zur Verfügung haben.


Wieder andere Eltern nehmen ihre Kinder aus der Schule, weil sie möchten, dass sie in ihre Fußstapfen treten. Manche Familien brauchen Hilfe bei der Feldarbeit; andere glauben, dass es ihre Kinder später besser haben werden, wenn sie bereits in jungen Jahren zu arbeiten beginnen. Im Senegal ist es auch gängige Praxis, kleine Jungen in die Hände von Koranlehrern, den „Marabouts“, zu geben. Diese langjährige und einst hoch angesehene Tradition ist in jüngster Zeit ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Viele Marabouts wurden beschuldigt, die Kinder auszubeuten und sie zu ihrer eigenen Bereicherung zum Betteln auf die Straße zu schicken.

Familien auf umfassende Unterstützungsmaßnahmen angewiesen

Die gesunde Entwicklung eines Kindes wird durch komplexe sozioökonomische Faktoren beeinflusst. Dazu zählt die Größe einer Familie: in Louga haben 37 Prozent aller Haushalte elf oder mehr Familienmitglieder. Die Behausungen sind meist überfüllt, und Eltern sind mit der materiellen Versorgung sowie der Fürsorge und Aufmerksamkeit für all ihre Kinder überfordert. Geschätzte 30 000 Kinder haben beide Elternteile verloren, viele von ihnen an AIDS. Die sogenannten „Fakhmans“ sind Kinder, die von zuhause oder ihren Koranlehrern fortgelaufen sind und auf der Straße leben. Kinder mit Behinderungen werden häufig Opfer von Diskriminierung. In vielen Landesteilen werden Zwillinge mit einer Mischung aus Furcht und Ehrfurcht betrachtet. Manchmal werden sie böser Mächte beschuldigt und von ihren Eltern verlassen.

Unsere Arbeit in Louga


Dank dem SOS-Familienstärkungsprogramm hat diese Mutter von fünf Kindern neue Fähigkeiten erworben und ein kleines Geschäft von zu Hause aufgebaut.  (Foto: C. Ladavicius)
Das SOS-Kinderdorf Louga wurde im Jahr 1990 eröffnet. Das SOS-Sozialzentrum leitet ein Familienstärkungsprogramm für die lokale Bevölkerung. Wir sorgen dafür, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung, medizinischer Versorgung und Sozialleistungen erhalten und helfen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen, damit sie besser für ihre Kinder sorgen können. Die SOS-Sozialzentren bieten darüber hinaus medizinische Versorgung, Beratungen und psychologischen Beistand sowie Unterstützung für Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind.

Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schließen Freundschaften und sind bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Bis zu 600 SchülerInnen werden in der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule unterrichtet.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Begleitet durch qualifizierte Fachkräfte können sie sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten und erhalten Unterstützung bei der Suche nach Arbeit oder einem Ausbildungsplatz.
Unser SOS-Berufsbildungszentrum in Louga bietet Lehrgänge in verschiedenen Handwerken. Die Qualifikation hilft jungen Menschen, eine Arbeit zu finden und sich in die Gesellschaft und das Erwerbsleben einzugliedern.
  • Helfen Sie Kindern in Not!

    Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Afrika - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

     Jetzt helfen!