SOS-Kinderdorf Mogadischu

Für Kinder ist das Leben in Somalia sehr hart. Das Land erholt sich nur langsam von jahrelang andauernden bewaffneten Konflikten, häufigen Dürreperioden und Missernten. Zudem wurden viele Familien intern vertrieben und haben ihre Lebensgrundlage verloren.

Kinder trifft die prekäre Situation des Landes am härtesten


SOS-Geschwister im SOS-Kinderdorf Mogadischu (Foto: On Screen Productions/Kevin Ouma )
Seit vielen Jahren werden die Hauptstadt Mogadischu sowie auch andere Teile Somalias von Clans und Kriegsherren kontrolliert. Die Kämpfe zwischen den Truppen der somalischen Übergangsregierung - unterstützt von der Afrikanischen Union - und aufständischen Rebellen, darunter der islamischen Al-Shabaab-Miliz, dauern seit Jahrzehnten an. Die südlichen und zentralen Regionen Somalias leiden in besonderem Ausmaß unter dem bewaffneten Konflikt.

Al-Shabaab wird nachgesagt, selbst zehnjährige Kindersoldaten zu rekrutieren. Laut Human Rights Watch entführen die Milizen junge Mädchen, damit sie kämpfen, Hausarbeiten verrichten oder Soldaten heiraten. Wenn Kinder die elterliche Fürsorge verlieren oder von ihren Eltern getrennt werden, haben sie ein extrem hohes Risiko, in die Hände der Rebellen zu fallen.

Neben der Gewalt haben häufige Dürreperioden und Nahrungsmittelknappheit in Somalia zu wiederholten Hungersnöten geführt. Somalia hat weltweit eine der höchsten Unterernährungsraten. Den Kindern mangelt es an Nahrung, um gesund aufwachsen zu können. Außerdem haben viele Familien keinen Zugang zu medizinischer Beratung und Behandlung.

Die Zukunft ist ungewiss und unsere Arbeit unverzichtbar

SOS-Kinderdorf ist seit 1985 in Somalia tätig. Unsere Arbeit wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder an die jeweils herrschenden Bedingungen angepasst.

Als 1991 der Bürgerkrieg ausbrach, verteilten wir Nahrungsmittel und Medikamente. Im Jahr 2006 kam es erneut zum Konflikt, als die Übergangsregierung von Somalia mit äthiopischer Unterstützung den Kampf gegen die islamische Al-Shabaab-Miliz aufnahm.

In den darauffolgenden Jahren wurde das SOS-Kinderdorf Mogadischu Schauplatz schwerer Kämpfe, und wir mussten mehrmals die SOS-Familien evakuieren oder einige unserer Programme aus Sicherheitsgründen vorübergehend schließen. Im Jahr 2009 konnten die SOS-Mitarbeiter/-innen mit den Kindern in unserer Obhut wieder in das Dorf zurückkehren. 2011 musste das Kinderdorf jedoch erneut evakuiert werden.

Seit Dezember 2012 leben die SOS-Familien wieder in Sicherheit im Dorf. Obwohl sich die  Lage in den letzten Jahren etwas verbessert hat, stehen die Familien Somalias weiterhin vor vielen Herausforderungen.

Unsere Arbeit in Mogadischu


Frauen werden im SOS-medizinischen-Zentrum betreut (Foto: On Screen Productions/Kevin Ouma)
Betreuung in SOS-Familien: Im SOS-Kinderdorf Mogadischu finden bis zu 120 Kinder, die die elterliche Betreuung verloren haben, in einer der elf SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause.

Unterstützung junger Menschen: Jugendliche werden in SOS-Jugendwohngemeinschaften auf ihrem Weg in ein selbständiges Leben begleitet. Die SOS- Krankenpflegeschule in Mogadischu bietet für junge Menschen aus ganz Somalia eine dreijährige Berufsausbildung zur Krankenschwester, zum Krankenpfleger oder zur Hebamme. Gut ausgebildetes medizinisches Fachpersonal ist im Land sehr gefragt.

Bildung: Ein SOS-Kindergarten sowie eine SOS-Grund- und Sekundarschule stehen den Kindern vor Ort und jenen aus den SOS-Kinderdorf-Familien offen. Bildung gibt den Kindern die Möglichkeit, ihr Leben zu verbessern. Das SOS-Berufsbildungszentrum in Mogadischu bietet für junge Menschen aus ganz Somalia eine dreijährige Berufsausbildung zur Krankenschwester. Krankenschwestern und Hebammen sind im Land sehr gefragt. 

Medizinische Versorgung: Die SOS-Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu sowie die SOS-Feldklinik im nahgelegenen Flüchtlingslager Badbado bilden ein Herzstück der SOS-Arbeit in Somalia. Viele Menschen im Großraum Mogadischu verbinden SOS sogar in erster Linie mit der kostenlosen und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung für die Ärmsten der Armen. Wir bieten Vorsorgeuntersuchungen und Beratung für Frauen, um eine gesunde Schwangerschaft und Geburt zu gewährleisten. Die Neugeborenenstation der SOS-Mutter-Kind-Klinik wurde im Jahr 2013 eröffnet, weil es in Mogadischu bislang keine Einrichtung dieser Art gab, die Patienten kostenfrei behandelt. Monat für Monat werden hier rund 60 Babys stationär behandelt. Oft sind die Säuglinge bei der Geburt zu klein, zu leicht oder zu schwach und hätten ohne medizinsche Hilfe kaum eine Überlebenschance.

Bitte unterstützen Sie die
SOS-Klinik in Mogadischu!

Mit Ihrer Spende können in der SOS-Klinik Mogadischu jedes Jahr tausende Menschenleben gerettet werden.

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