Südsudan

Wie die SOS-Kinderdörfer im Südsudan helfen

Im Juli 2011 wurde der Südsudan zum 45. Staat des afrikanischen Kontinents. Die jüngste unabhängige Nation der Welt stand vor enormen Herausforderungen: Das extreme Armutsniveau blieb hoch, und hunderttausende vertriebene Südsudanesen kehrten in ihre Heimat zurück. Andauernde politische Streitigkeiten führten im Dezember 2013 zu einer Krise, und die Kämpfe brachen im ganzen Land aus.

Politische Spannungen gipfeln in Gewalt

Ein junges Mädchen in unserer Obhut träumt vom Frieden in ihrem Land und der Chance Ärztin zu werden (Foto: C. Ashleigh).
Ein junges Mädchen in unserer Obhut träumt vom Frieden in ihrem Land und der Chance Ärztin zu werden (Foto: C. Ashleigh).

Der Südsudan wurde im Juli 2011 nach sechs Jahren Autonomie, gefolgt von einem Referendum, in dem die Bevölkerung des Südsudan für die Unabhängigkeit stimmte, zu einem unabhängigen Staat. Die Abspaltung des Südsudans und die damit verbundenen Änderungen sowie alte, kaum bewältigte Konflikte führten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und beeinträchtigten das Leben der Bevölkerung schwer. Die Auseinandersetzungen fanden sowohl intern – häufig zwischen ethnischen Gruppen – als auch extern, mit dem nördlichen Nachbarn, dem Sudan, statt. Vor allen Dingen ging es dabei um die Einnahmen aus dem im Südsudan gewonnenen Erdöl, das durch den Sudan transportiert wurde, um weiterverarbeitet und exportiert zu werden.

Die Sicherheitslage war bereits prekär, als im Dezember 2013 ein andauernder Machtkampf zwischen Präsident Salva Kir und Riek Machar, seinem ehemaligen Stellvertreter, zu einem Gewaltausbruch führte. Berichten zufolge waren 2,5 Mio. Südsudanesen von diesem Konflikt betroffen. Tausende Menschen starben, fast eine Million mussten ihre Häuser verlassen, und das UNHCR (Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen) schätzt, dass bis Ende 2014 340.000 Südsudanesen in den Nachbarländern Zuflucht gesucht haben werden.

Ein armes Land steht vielen Herausforderungen gegenüber 

Die jüngste Krise im Südsudan geschah vor dem Hintergrund großer sozialer, politischer und wirtschaftlicher Instabilität. Trotz seiner Ölreserven bleibt der Südsudan eine der ärmsten Nationen Afrikas. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Rund 80% der Bevölkerung des Landes lebt in ländlichen Gebieten, in denen es beschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Bildung gibt. Die Menschen sind vom Ackerbau abhängig. Klimaänderungen und Naturkatastrophen haben Auswirkungen auf ihr Leben. Dürren oder Überschwemmungen können für Tausende den Hungertod bedeuten.

Die letzten Kämpfe haben die Lage für die Familien, die bereits ums Überleben kämpfen, noch hoffnungsloser gemacht. Die zunehmende Nahrungsmittel- und Wasserknappheit hat zu einer höheren Zahl von unterernährten Menschen geführt. Internationale Organisationen versuchten, die notwendigen Grundnahrungsmittel in die betroffenen Gebiete zu liefern  und auch dort die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Die instabile Lage und die fehlende Infrastruktur haben allerdings zu Verzögerungen geführt.  

Die Kinder sind von den Kämpfen schwer betroffen

Im März 2014 wurden die Kinder vom SOS-Kinderdorf Malakal nach Juba in Sicherheit gebracht (Foto: K. Fiseha).
Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Juba auf dem Heimweg von der Schule (Foto: A. Kiros).

Die Kinder im Südsudan werden in eine sehr instabile Gesellschaft geboren. Sie sind vielen Risiken ausgesetzt und brauchen besondere Betreuung und Fürsorge. Viele haben in den lang andauernden Konflikten oder aufgrund von HIV/AIDS ihre Eltern verloren und haben niemanden, der für sie sorgt.

Der Südsudan hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten weltweit. 160 von 1.000 Kindern sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben. Ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren ist unterentwickelt, und ein Viertel leidet an Untergewicht. 

Obwohl es Bemühungen gab, südsudanesischen Kindern eine kostenlose Grundschulausbildung zu gewährleisten, gehen über eine Million Kinder nicht zur Grundschule. Viele von ihnen müssen arbeiten, um essen zu können. Kinder werden häufig ausgebeutet, und jene, die nicht beschützt werden, sind von Gewalt und Entführung bedroht oder werden für bewaffnete Gruppierungen rekrutiert.

 

SOS-Kinderdorf im Südsudan

Die Arbeit von SOS-Kinderdorf im Südsudan begann 1978. Im Laufe der Jahre litten hunderttausende Menschen – insbesondere Kinder – an den Auswirkungen von Krieg, Dürren und Überschwemmungen. Als der Südsudan 2011 unabhängig wurde, wurde im Land ein neuer SOS-Kinderdorf-Verein gegründet. Gleichzeitig starteten wir ein Nothilfeprogramm, um einige der unbegleiteten Kinder, die in den Südsudan zurückgekehrt waren, zu betreuen.

Das einzige SOS-Kinderdorf im Südsudan  befindet sich in Juba. Kinder, deren Familien nicht länger für sie sorgen können, finden dort in einer der SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. Anfang 2014 wurde das SOS-Kinderdorf Malakal geplündert und die Kinder und jungen Menschen mussten es verlassen. Die Familien wurden in Sicherheit gebracht und nach Juba evakuiert. Die Kinder erhielten psychosoziale Unterstützung, und ihre Gesundheit hat sich verbessert. Zuerst wohnten sie in angemieteten Unterkünften und zogen dann in ein provisorisches SOS-Kinderdorf. Zurzeit planen wir die Errichtung eines permanenten SOS-Kinderdorfes für die Familien in Juba. .

 

  • Hilfe für Kinder im Südsudan

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