SOS-Kinderdorf Córdoba

Argentinien ist für seine Weine, Steaks, den Tango und seinen stark europäisch geprägten Lebensstil bekannt, der auf dem Kontinent einzigartig ist. Das anhaltende Wirtschaftswachstum seit der schweren Finanzkrise des Jahres 2001 ist eine Erfolgsgeschichte. Für viele Kinder des Landes sieht die Zukunft dennoch alles andere als rosig aus.

Argentinien hat den zweithöchsten Human Development Index auf dem Kontinent - dennoch kämpfen noch viele Menschen mit den Folgen der Krise


Geschwister im SOS-Kinderdorf (Foto: F. Espinoza)
Córdoba liegt im geographischen Zentrum Argentiniens und ist mit 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Córdoba ist seit langem ein bedeutendes Wirtschaftszentrum; hier sind einige der wichtigsten Finanzviertel ganz Südamerikas angesiedelt. Seit dem 19. Jahrhundert war die Stadt ein beliebtes Ziel für Einwanderer aus ganz Europa, besonders aus Italien und Spanien.

Obwohl sich die Situation in den letzten Jahren zunehmend verbessert hat, sind die Folgen der schweren Finanzkrise des Jahres 2001 in Wirtschaft und Gesellschaft nach wie vor deutlich spürbar. Damals war fast die Hälfte der Bevölkerung unter die Armutsgrenze gesunken. Tausende Menschen verloren ihren Arbeitsplatz und ihre Ersparnisse. Mangelernährung, Alkoholismus und Kindesmissbrauch breiteten sich aus; die Zahl der Straßenkinder nahm im einst wohlhabenden Argentinien drastisch zu.

Gefährdete Kinder sind auf Hilfe angewiesen, um nicht in die Armutsspirale zu geraten

Heutzutage sind Straßenkinder ohne elterliche Fürsorge, die auf den Straßen der Stadt um ihr Überleben kämpfen, in Córdoba keine Seltenheit – sie werden von der restlichen Bevölkerung nicht gerne gesehen. Diese Kinder und jungen Menschen werden häufig stigmatisiert und als Kriminelle behandelt, nur weil sie auf der Straße leben müssen. Dies bedeutet im Grunde genommen eine Kriminalisierung der Armut an sich.

Zwar gibt es einige Programme und Unterstützungsmaßnahmen, um den Betroffenen zu helfen. Dennoch ist es für die gesunde Entwicklung und die Zukunft dieser Kinder unabdingbar, dass sie Hilfe bekommen, wenn sie vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind. Mit der geeigneten Unterstützung können manche Familien vor der Zerrüttung bewahrt werden. Wenn dies nicht möglich ist, brauchen Kinder ein sicheres Umfeld, um eine Chance auf Bildung und damit auf ein besseres Leben als Erwachsene zu bekommen.

Unsere Arbeit in Córdoba


Familienleben im SOS-Kinderdorf Cordoba (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Córdoba im Jahr 2000. Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Gemeinsam mit ihren Geschwistern werden sie von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Im Februar 2015 zogen einige Familien vom Kinderdorf in Wohnungen innerhalb der Gemeinde. So werden die Kinder gut in die Nachbarschaft integriert - sie besuchen Schulen vor Ort und nehmen am gesellschaftlichen Leben teil.

In Fällen, wo richterlich verfügt wurde, dass die Kinder in unserer Obsorge zu ihren Herkunftsfamilien zurückkehren sollen, stellt SOS Kinderdorf fortdauernde Unterstützung bereit, um sicherzugehen, dass die Bedingungen in der Familie stabil sind und das Kind gut betreut wird.

Jungen Menschen, die ihren Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Hier können Heranwachsende ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten, während sie dabei von qualifizierten JugendberaterInnen unterstützt werden.

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