SOS-Kinderdorf SOS-Kinderdorf El Alto

Obwohl in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt worden sind, gehört das Binnenland Bolivien nach wie vor zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Viele Familien leben in extremer Armut. Die Bevölkerung von El Alto war schon immer auf sich alleine gestellt, aber viele Kinder sind nach wie vor auf Unterstützung angewiesen.

Trotz der schwierigen Umstände in El Alto geben die Aymara die Hoffnung nicht auf


Kinder in den Straßen von El Alto (Foto: D. Sansoni)

El Alto war einst ein Vorort von La Paz, gehört aber heute zu den am schnellsten wachsenden Städten in ganz Bolivien, liegt auf etwa 4000 Metern über dem Meeresspiegel und hat über 900 000 Einwohner, von denen die Mehrheit der indigenen Volksgruppe der Aymara angehört. Zwei Drittel der Bevölkerung leben erst seit 1985 in El Alto. Damals lösten wirtschaftspolitische Reformen eine massenhafte Welle der Urbanisierung aus.

Im Oktober 2003 war El Alto das Zentrum der Aufstände, die zur Vertreibung des damaligen Präsidenten Lozada führten und den Weg für die neue sozialistische Regierung von Evo Morales ebneten. Die Lebensbedingungen in Bolivien sind seither vor allem für die zuvor marginalisierte und sozial ausgegrenzte indigene Bevölkerung verbessert worden, aber zahlreiche Probleme bleiben weiterhin ungelöst.

Kinder brauchen Schutz und Unterstützung für eine gesunde und erfolgreiche Zukunft

El Alto ist demographisch gesehen die jüngste Stadt Boliviens. 77 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre. Darüber hinaus zählt sie zu den ärmsten Städten des Landes und weist die höchsten Armutsraten auf. Zahlreiche Menschen haben weder eine sanitäre Grundversorgung noch Zugang zu fließendem Wasser. Da El Alto eine Stadt von Einwanderern ist, mangelt es an städtebaulicher Planung und Infrastruktur. Die Müllberge stellen ein großes Problem für die Gesundheit der Menschen dar. Das Verkehrssystem und die Luftverschmutzung sind außer Kontrolle geraten, die Verbrechensraten sind hoch, und es gibt zahlreiche Bordelle.

Die meisten Menschen arbeiten auf dem informellen Sektor und verkaufen Kleinwaren und hausgemachte Lebensmittel auf der Straße. Daher fehlt es ihnen an Sicherheit und einem geregelten Einkommen, um ihre Familien ausreichend zu ernähren. Häufig müssen Kinder zum Einkommen der Familien beitragen, in dem sie beispielsweise als Schuhputzer arbeiten oder auf der Straße Süßigkeiten verkaufen.

Ein Kindheit in großer Armut kann schwere Folgen für die geistige, körperliche und kognitive Entwicklung eines Kindes haben. Besonders junge Eltern und alleinerziehende Mütter sind auf Unterstützung angewiesen, damit ihre Kinder den Armutszyklus durchbrechen können und Aussichten auf eine bessere Zukunft haben.

Unsere Arbeit in El Alto


Eine lächelnde junge Frau aus El Alto (Foto: F. Espinoza)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in El Alto im Jahr 2003. Unsere Sozialzentren bieten ein ganzheitliches und nachhaltiges Familienstärkungsprogramm, um die Not der lokalen Bevölkerung zu lindern. Zu den Angeboten zählen eine Kindertagesstätte für Kleinkinder und ein Tagesmütterprogramm. Dadurch können Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Bis zu 108 Kinder aus El Alto, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Gemeinsam mit ihren Geschwistern werden sie von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Wenn junge Menschen dem Kinderdorf entwachsen und ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit des betreuten Wohnens. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie zunehmend Verantwortung zu übernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorzubereiten.
 



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