SOS-Kinderdorf Bahia

Trotz der stetigen Fortschritte Brasiliens im Bereich der menschlichen Entwicklung leben nach wie vor zahlreiche Menschen in den Vororten der Großstädte sowie in den ländlichen Gebieten im Nordosten des Landes unter äußerst prekären sozioökonomischen Bedingungen. In Bahía, dem ärmsten Bundesstaat Brasiliens, sind junge Menschen besonders stark gefährdet.

Salvador da Bahia wird aufgrund seiner freundlichen Bewohner häufig die „Hauptstadt des Glücks” genannt, aber die soziale Kluft ist sehr groß

Kinder aus dem SOS-Kinderdorf beim Ausflug. (Foto: SOS-Archiv)
Kinder aus dem SOS-Kinderdorf beim Ausflug. (Foto: SOS-Archiv)

Salvador da Bahia ist die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia und zählt mit etwa 2,6 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten des Landes. Die Wirtschaft der Region basiert größtenteils auf dem Tourismus, der Ölraffinerie und dem Hafen sowie der Landwirtschaft, unter anderem dem Anbau von Kakao. Im Jahr 2001 eröffnete die US-Gesellschaft Monsanto eine große petrochemische Anlage, in der das Herbizid Roundup hergestellt wird.

Trotz der Fortschritte der letzten Jahre, die Brasilien im Bereich der Wirtschaft und der menschlichen Entwicklung zu verzeichnen hat, gehört Bahia nach wie vor zu den ärmsten Bundesstaaten des Landes. In einigen Gegenden leben mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in Armut. Bahia weist außerdem die höchste Rate extremer Armut auf – schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen leben von 30 Dollar (oder weniger) pro Monat und sind nicht in der Lage, sich ausreichend zu ernähren.

Besonders Kinder und junge Menschen sind durch Armut und Gewalt gefährdet

Junge Menschen sind ganz besonders gefährdet; die Zahl der Jugendlichen in Armut steigt weiter an. Viele Heranwachsende arbeiten auf dem informellen Sektor unter prekären Bedingungen, nehmen Drogen oder werden Opfer von sexuellem Missbrauch, Diskriminierung und Gewalt. Solche traumatischen Erfahrungen während der Kindheit können im späteren Leben schwere körperliche und seelische Folgen haben. Laut einer Studie leiden in Bahia über 20 Prozent der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren an emotionalen Störungen.

Wie in allen brasilianischen Großstädten gibt es auch in Salvador da Bahia große „Favelas“, in denen Menschen leben, die sich die Mieten in den „besseren" Stadtteilen nicht leisten können. Die Bewohner dieser Elendsviertel werden stigmatisiert und als Bürger zweiter Klasse angesehen, obwohl der Dienstleistungssektor von den billigen Arbeitskräften profitiert. Auch der Drogenhandel ist weit verbreitet, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie in Rio de Janeiro und São Paulo. Und wieder sind junge Menschen ganz besonders gefährdet, wenn es ihnen an sozialer Unterstützung fehlt oder sie keine Chance auf eine bessere Zukunft sehen.

Unsere Arbeit in Salvador da Bahia

Die Kinder tanzen zusammen im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)
Die Kinder tanzen zusammen im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Bahia im Jahr 1980.

Familienstärkung: Das SOS-Familienstärkungsprogramm bietet dringend benötigte Unterstützung für Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht sind. Unser Anliegen ist es, jene zu erreichen, die besonders gefährdet sind. Wir sorgen dafür, dass sie Zugang zu sozialen Dienstleistungen haben und dass Kinder in die Schule gehen können. Wir veranstalten auch Workshops zum Thema Kinderrechte und Sensibilisierung in Bezug auf Schlüsselthemen, die Kinder und junge Menschen betreffen.

Betreuung in Familien: Kinder aus Bahía, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut

Unterstützung für junge Menschen: Jungen Menschen, die ihren Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Hier können Heranwachsende ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten, während sie dabei von qualifizierten JugendberaterInnen unterstützt werden.

 

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