SOS-Kinderdorf Puerto Varas

Aufgrund der extrem ungleichen Verteilung von Wohlstand in der Region konnten bislang viele Familien nicht vom wirtschaftlichen Fortschritt profitieren. Viele junge Menschen haben nicht einmal einen mittleren Schulabschluss und daher schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zahlreiche Familien zerbrechen an der Not.

Der Mangel an Sicherheit und Stabilität bringt viele Familien in eine prekäre Lage


Eine SOS-Familie isst zusammen. (Foto: F.Espinoza) 

Puerto Varas ist eine Kleinstadt mit etwa 30 000 Einwohnern an den Ufern des Llanquihue-Sees in der chilenischen Region Los Lagos. Die beeindruckende Vulkanlandschaft ist fruchtbar und bewaldet.

Viele Touristen aus dem In-und Ausland besuchen die Region aufgrund ihrer geographischen Schönheit. Neben dem Tourismus basiert die lokale Wirtschaft hauptsächlich auf den Aktivitäten im Hafen von Puerto Varas, der Fischerei und der Landwirtschaft.

Die Provinz Los Lagos hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in ganz Chile. Dennoch liegen die Armutsraten mit über 21 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt. Der Hauptgrund für diesen scheinbaren Gegensatz liegt darin begründet, dass ein Drittel der Bevölkerung „selbständig“ ist, also auf dem informellen Sektor arbeitet. Diese Menschen verdienen trotz langer Arbeitszeiten oft nicht genug, um ihre Familien ausreichend zu versorgen. Im Gegensatz zu geregelten, fest bezahlten Stellen sind die Arbeitsbedingungen prekär und bieten keinerlei Sicherheiten. Dennoch bleibt vielen Menschen kein anderer Ausweg.

Kinder, deren Eltern unter diesen Beingungen arbeiten, sind häufig vernachlässigt und müssen tagsüber für sich selbst sorgen. Wenn die Eltern nach einem langen und schweren Arbeitstag nach Hause kommen, haben sie keine Kraft mehr, um sich um die Familie zu kümmern. In den schlimmsten Fällen führen die prekären Lebensbedingungen dazu, dass Kinder von ihren Eltern verlassen werden.

Junge Menschen brauchen bessere Bildung, um der Armutsfalle zu entkommen

36 Prozent der Bevölkerung in der Region sind junge Menschen unter 20 Jahren. Notleidende Familien erwarten häufig von ihren Kindern, dass sie so bald wie möglich zum Einkommen der Haushalte beitragen. In dieser Region besuchen 23 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren keine Schule und haben auch keinen Ausbildungsplatz. Wenn sie stattdessen arbeiten, mögen ihre Einkünfte kurzfristig die Not ihrer Familien lindern, aber langfristig haben sie dadurch keine Chance, den Armutszyklus zu durchbrechen.

Auch die Analphabetenrate ist mit 5,4 Prozent höher als in andern Landesteilen. Auf dem Land liegt die Quote sogar bei 8,1 Prozent.

Unsere Arbeit in Puerto Varas


Die stolze weibliche Fußmannschaft (Foto: SOS-Archiv) 
 
SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Puerto Varas im Jahr 1984. Am Ufer des Llanquihue-Sees steht ein Ferienhaus, das Kindern aus allen SOS-Kinderdörfern in Chile zur Verfügung steht. Dadurch können sie zumindest einmal in ihrer Kindheit die spannende Erfahrung einer Ferienreise machen.

Bis zu 108 Kinder aus der Region Puerto Varas, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen die Schulen im nahegelegenen Puerto Montt und sind daher sehr gut in ihre Gemeinde integriert.

Wenn junge Menschen dem Kinderdorf entwachsen und ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen möchten, bietet das SOS-Jugendprogramm Platz für über 60 Heranwachsende aus den SOS-Kinderdörfern Bulnes, Concepción, Chaimávida, Coyanco und Puerto Varas.

Die Jugendlichen werden von ausgebildeten Fachkräften betreut, lernen Verantwortung zu übernehmen, ihre Zukunft zu planen und können sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorbereiten.

 

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