SOS-Kinderdorf San Vicente

Zahlreichen Familien in El Salvador fehlt es an der notwendigen Unterstützung, um die Not ihrer Kinder zu lindern und dafür zu sorgen, dass sie als Erwachsene den Armutszyklus durchbrechen können. Die Sicherheit, Gesundheit und Bildung der Kinder müssen gesichert werden, damit langfristige Verbesserungen und ein dauerhafter gesellschaftlicher Frieden erzielt werden können.

Viele Familien in der Zentralregion von El Salvador leben in Angst und Unsicherheit


SOS-Kinderdorf bietet eine sichere Umgebung für Kinder, die elterliche Fürsorge verloren haben. (Foto: SOS-Archiv)

San Vicente ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departements in der Zentralregion von El Salvador und hat etwa 53 000 Einwohner. Die Menschen im Umland leben größtenteils von der Landwirtschaft, vor allem vom Zuckerrohr-Anbau. Angesichts der sozialen Not zahlreicher Familien und Kinder beschloss SOS-Kinderdorf, auch in dieser Region aktiv zu werden.

San Vicente gehört zu den ärmsten Departements in El Salvador: die Arbeitslosenquote ist sehr hoch, und erschreckende 25,8 Prozent der Erwachsenen können weder lesen noch schreiben. Lediglich 42,2 Prozent der Einwohner haben Zugang zu fließendem Wasser, nur 52,5 Prozent werden medizinisch versorgt.

Auch zwanzig Jahre nach Ende des Bürgerkriegs herrscht ein hohes Maß an Gewalt

San Vicente liegt im bevölkerungsreichen Landesinneren, in dem die meisten organisierten Banden aktiv sind. Als Folge der Nulltoleranz-Politik der USA wurden Mitte der neunziger Jahre Tausende junger Migranten, die eine Straftat begangen hatten, ausgewiesen und in ihre Heimat zurückgeschickt. Nach dem Vorbild der Street Gangs in den USA begannen sie eigene Banden zu gründen, die mit den Jahren immer gewalttätiger wurden. Heute hat die Region San Vicente eine der höchsten Mordraten des ganzen Landes zu verzeichnen.

Junge Menschen aus den ländlichen Gebieten, die in der Landwirtschaft keine Beschäftigung finden, ziehen häufig in die Städte, aber auch hier finden die meisten keine Arbeit. Der Mangel an Chancen und Unterstützung treibt viele Jugendliche dazu, sich einer Bande anzuschließen.
Die Sicherheit und gesunde Entwicklung der Kinder, die unter solchen Umständen aufwachsen, wird nicht nur durch die schwierige wirtschaftliche Lage, sondern auch durch die vorherrschende Kultur der Gewalt gefährdet, durch die sie Familienmitglieder verlieren oder selbst in kriminelle Handlungen verstrickt werden. Besonders junge Eltern und alleinerziehende Mütter sind auf Unterstützung angewiesen, damit sie die Hoffnung nicht aufgeben und ihrer Familie ein liebevolles Zuhause bieten können.

Unsere Arbeit in San Vicente


Kinder verbringen viel Zeit miteinander und bauen Beziehungen auf, die oft ein Leben lang gehalten werden. (Foto: A. Gabriel)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in San Vicente im Jahr 2004. Heute leiten unsere Sozialzentren Familienstärkungsprogramme, um die Not der Gemeinde auf ganzheitliche und nachhaltige Weise zu lindern. Das Angebot umfasst eine Kindertagesstätte und ein Tagesmütterprogramm, in dem Säuglinge, Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter betreut werden. Dadurch können erwerbstätige Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen.

Die Sozialzenten bieten Beratungen und psychologischen Beistand sowie Schulungen für Eltern, damit sie neue Fertigkeiten erwerben und ihr Einkommen verbessern können.

Bis zu 117 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.
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