SOS-Kinderdorf San Cristóbal

Zahlreiche Menschen in Guatemala, vor allem die indigene Bevölkerung, leiden an hohen Armutsraten und sozialer Ausgrenzung. Kinder aus unterprivilegierten Familien, alleinerziehende Mütter und sehr junge Eltern sind besonders gefährdet und dringend auf Unterstützung angewiesen.

Ungleichheit der Geschlechter und Analphabetentum führen zu sozialer Ausgrenzung

Kinder können wieder Spaß in einer sicheren Umgebung haben (Foto: SOS-Archiv) Kinder können wieder Spaß in einer sicheren Umgebung haben (Foto: SOS-Archiv) Das SOS-Kinderdorf San Cristóbal liegt im Departement Guatemala knapp zehn km westlich von Guatemala-City und ist durch zwei lange Brücken mit der Hauptstadt verbunden. Seit Mitte der siebziger Jahre sind die Bevölkerungszahlen in San Cristóbal im Rahmen großer Wohnungsbauprojekte stark gestiegen und liegen heute bei etwa 150 000. Guatemala-City selbst hat mehr als 1,4 Millionen Einwohner.

Die offiziellen Landessprachen des Departements sind Spanisch sowie die beiden Maya-Sprachen Pocomam und Kakchikel. Obwohl die meisten Menschen zwei Sprachen beherrschen, sind die Analphabetenraten der indigenen Bevölkerung besonders bei den Frauen sehr hoch.

In einigen ländlichen Gebieten können 90 Prozent der indigenen Frauen weder lesen noch schreiben. Dadurch sind sie von den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Prozessen des Landes ausgeschlossen und haben keine Chance, den Armutszyklus zu durchbrechen. Schätzungen zufolge leben bis zu 74 der indigenen Bevölkerung im Departement Guatemala in Armut.

In einer tief gespaltenen Gesellschaft tragen Kinder die Hauptlast der Ungleichheit

Guatemala liegt auf dem Human Development Index weit hinter dem mittelamerikanischen Durchschnitt zurück. Dieser Index beurteilt die Gesundheitsversorgung, das Bildungssystem und das Einkommensniveau eines Landes. Aufgrund der hohen Armutsrate ist auch die Kinderarbeit ein ernstes Problem; etwa ein Fünftel aller Kinder zwischen sieben und 14 Jahren - insgesamt über 500 000 - müssen arbeiten, um ihre Familien zu ernähren. Dadurch sind ihre Bildungschancen gefährdet. Obwohl etwa 80 Prozent aller Kinder eingeschult werden, beenden nur 65 Prozent die Grundschule, und lediglich 24 Prozent besuchen die Sekundarstufe.

18 Prozent aller Mädchen werden im Alter von 15 bis 19 Jahren verheiratet. Wenn diese jungen Frauen keinen Schulabschluss haben, können sie nur selten ausreichend für ihre Kinder sorgen. Die Mangelernährung zählt zu den größten Problemen des Landes; derzeit sind 49 Prozent aller Kinder in Guatemala unterernährt.

SOS-Kinderdorf betreut Kinder ohne elterliche Fürsorge und unterstützt junge Menschen, damit sie weiter zur Schule gehen, ihre Ausbildung beenden und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können.

Unsere Arbeit in San Cristóbal

Wir bieten ein stabiles Umfeld, wo die Kinder gedeihen können (Foto: SOS-Archiv) Wir bieten ein stabiles Umfeld, wo die Kinder gedeihen können (Foto: SOS-Archiv) SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in San Cristóbal im Jahr 1996. Kinder aus Guatemala-City und Umgebung, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und sind daher sehr gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

In San Cristóbal gibt es auch ein SOS-Berufsbildungszentrum, in dem angehende SOS-Mütter und MitarbeiterInnen umfassend ausgebildet und auf ihre wichtige Rolle innerhalb der Organisation vorbereitet werden.

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