SOS-Kinderdorf Ayacucho

Ayacucho war einst das Zentrum der prähispanischen Huari-Kultur. Die Schlacht von Ayacucho besiegelte die Unabhängigkeit Lateinamerikas. In jüngster Zeit leiden in Ayacucho immer mehr Menschen an Unterentwicklung, Isolation und Armut.

Drei Jahrzehnte soziopolitischer Gewalt haben zahlreiche traumatisierte Menschen und Binnenflüchtlinge hinterlassen

SOS-Geschwister bei einem Ausflug in die Berge (Foto: F. Espinoza)
SOS-Geschwister bei einem Ausflug in die Berge (Foto: F. Espinoza)

Ayacucho ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departements und ein wichtiges Zentrum für Landwirtschaft, Produktion und Bildung in der Region. Die Stadt liegt in einem fruchtbaren Tal in den östlichen Ausläufern der Anden auf einer Höhe von 2746 m über dem Meeresspiegel.

In den vergangenen Jahrzehnten hat Ayacucho aufgrund der großen Zahl der zugewanderten Binnenflüchtlinge eine Bevölkerungsexplosion erfahren. In den 1980er und 90er Jahren hatte die ländliche Bevölkerung unter der extremen Gewalt des internen Konflikts in Peru und den Übergriffen der Guerilla-Organisation „Leuchtender Pfad“ gelitten. Zahlreiche Menschen hatten keine andere Wahl, als ihre Heimat und ihre traditionelle Lebensweise aufzugeben und nach Ayacucho zu flüchten.

Diese politischen Flüchtlinge siedelten sich in den Außenbezirken von Ayacucho an, in denen es weder fließendes Wasser, sanitäre Einrichtungen noch Strom gab, was wiederum zur Ausbreitung ansteckender Krankheiten und Mangelernährung führte. Die hohe Arbeitslosigkeit führt häufig zu Verarmung, familiärer Zerrüttung und Gewalt. Im schlimmsten Fall werden Kinder von ihren Eltern verlassen. Die während des Bürgerkriegs erlittene Gewalt hat die Bevölkerung schwer traumatisiert. Bis heute herrscht eine Kultur von Furcht und Misstrauen vor, was sich beispielweise auch in der regionalen Huayno-Musik manifestiert.

Schulische und berufliche Bildung für die regionale Entwicklung dringend erforderlich

Ayacucho ist eine der ärmsten Regionen Perus. Die Armutsrate liegt bei 68,3 Prozent; in den ländlichen Gebieten leben neun von zehn Haushalten in Armut. Der Mangel an Ackerland, finanziellen Mitteln und Kenntnissen über den Verkauf der Anbauprodukte, der fehlende Zugang zu formeller Beschäftigung für Familien im Niedriglohn-Sektor und die nur schleppende Entwicklung von Kleinstunternehmen sind einige der Gründe für die weit verbreitete Armut.

Das niedrige Bildungsniveau der Region stellt ein weiteres Problem dar: 17 Prozent der Einwohner haben keinerlei formelle Bildung erhalten. Die landesweite Analphabetenquote ist zwar von 1981 bis 2007 von 45,1 auf 17,9 Prozent gesenkt worden, liegt aber in einigen ländlichen Gebieten nach wie vor bei hohen 27,2 Prozent.

Unsere Arbeit in Ayacucho

Mütter im SOS-Sozialzentrum (Foto: F. Espinoza)
Mütter im SOS-Sozialzentrum (Foto: F. Espinoza)

SOS-Kinderdorf ist seit 2006 in Ayacucho tätig. Unsere Familienstärkungsprogramme, die im Sozialzentrum angeboten werden, konzentrieren sich auf Kinder unter fünf Jahren und ihre Mütter, vor allem wenn sie in extremer Armut leben.

Das Programm zielt in erster Linie auf die Verbesserung der Ernährungssituation der Kinder sowie eine umfassende medizinische Versorgung ab. Daneben werden Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet, und Eltern können neue Fertigkeiten erwerben und somit ihr Einkommen verbessern. Erwerbstätige Eltern können ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie zur Arbeit gehen. Das oberste Ziel des Familienstärkungsprogramms ist die Vermeidung der Zerrüttung von Familien und der Vernachlässigung oder Aussetzung von Kindern aufgrund der sozialen Not ihrer Eltern.

Bis zu 126 Kinder aus Ayacucho, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.
 

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