SOS-Kinderdorf Chittagong

SOS-Kinderdorf ist seit 1972 in Bangladesch tätig. Die Unterstützung von Familien und Kindern in der Stadt Chittagong wurde im Jahr 1989 aufgenommen. In diesem dichtbevölkerten südasiatischen Land ist die Armut weit verbreitet. Politische Instabilität und negative Umweltfaktoren führen zu einer weiteren Verschlimmerung der Lage.

Mehr als eine Million Menschen leben in der Region in Armut


Wir machen deie Hausaufgabe zuzamen (photo: SOS archives)

Die Stadt Chittagong liegt im Südosten von Bangladesch. Mit über sechs Millionen Einwohnern ist Chittagong die zweitgrößte Stadt des Landes und verfügt über den größten Hafen des Landes. Aufgrund des Wirtschaftswachstums steigt die Einwohnerzahl rasch an; mehrere Industriezweige haben sich in der Umgebung angesiedelt. Die Infrastruktur kann mit dem schnellen Wachstum nicht mithalten, und viele Menschen leben in behelfsmäßigen Unterkünften mit nur eingeschränkter Wasser- oder Stromversorgung.

Im Bezirk Chittagong leben mehr als eine Million Menschen in extremer Armut. Viele leiden an Nahrungsmittel-unsicherheit, vor allem da die Preise für Grundnahrungsmittel in den letzten Jahren gestiegen sind. Die Armut beruht zum einen auf dem Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten, zum anderen auf der Tatsache, dass viele Beschäftigte unterbezahlt sind. Kinder müssen häufig zum Einkommen der Familie beitragen und deshalb Kinderarbeit verrichten. Man findet sie in Abfallentsorgungsanlagen oder auf öffentlichen Plätzen, wo sie nach wiederverwertbaren Materialien suchen.

Der Mangel an allgemeiner und beruflicher Bildung ist nach wie vor ein Problem, die Analphabetenrate ist daher sehr hoch. Viele Menschen haben aufgrund fehlender Qualifikationen Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden. Auch die Korruption ist weit verbreitet, und in den letzten Jahren ist die Zahl der Drogenabhängigen in der Region gestiegen. Das Gesundheitswesen ist unterfinanziert, es fehlt an Mitarbeitern und Material.

Kinder brauchen ein liebevolles Zuhause, Familien brauchen Unterstützung

Als der "Befreiungskrieg" im Jahr 1971 zu Ende ging, blieben viele Kinder ohne elterliche Fürsorge zurück. SOS-Kinderdorf nahm Kontakt zu dem zuständigen Ministerium auf, und die Organisation konnte bald mit ihrer Unterstützung für Familien in Not beginnen und Kindern, die die elterliche Fürsorge verloren hatten, ein liebevolles Zuhause bieten. Nach den schweren Überflutungen von 1986, bei denen etwa 50 000 Menschen ums Leben kamen und viele Kinder ihre Eltern und ihre Bleibe verloren hatten, wurde die Arbeit in Chittagong aufgenommen.

Unsere Arbeit in Chittagong


Beim Spielen zuzammen (photo: SOS archives)

SOS-Kinderdorf arbeitet eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Um notleidenden Familien in der Nachbarschaft zu helfen, bieten wir Familienstärkungsprogramme, die sich in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden dafür einsetzen, dass Kinder ausreichend Nahrung erhalten und Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssektor haben. Wir betreiben eine Kindertagesstätte für die Kinder berufstätiger Mütter und ein Schulungszentrum, in dem Frauen aus der Nachbarschaft nützliche Fertigkeiten wie Nähen oder Sticken erlernen können. Kinder erhalten auch pädagogische Unterstützung bei den Hausaufgaben. In der Klinik werden Familien und Kinder aus der lokalen Gemeinde versorgt und erhalten Beratungen zur Krankheitsprävention. Das Berufsbildungszentrum unserer Organisation bietet Schulungsprogramme für Tischler und Mechaniker.

Wenn Kinder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden sie in einer der zwölf SOS-Familien, in denen bis zu 120 Kinder betreut werden, ein liebevolles Zuhause. Die hohe Analphabetenquote des Landes verleiht der Arbeit der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule besondere Bedeutung. Das Gebäude dieser Grundschule ist so ausgelegt, dass es bei Zyklonen als Notunterkunft genutzt werden kann - in dieser Region kann diese Maßnahme lebensrettend sein.

Größere Kinder können in die SOS-Jugendeinrichtung ziehen, in der bis zu 36 junge Menschen betreut werden. Hier leben sie während ihres Studiums oder ihrer Berufsausbildung. Mit der Unterstützung ausgebildeter Fachkräfte lernen die jungen Erwachsenen, Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen.
 




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