SOS-Kinderdorf Kutaisi

Kutaisi wurde im Jahr 2002 als zweites SOS-Kinderdorf in Georgien zur Unterstützung notleidender Kinder, Jugendlicher und Familien eröffnet. In der Region leben zahlreiche Binnenflüchtlinge. Die Armutsraten und Arbeitslosenquoten sind nach wie vor sehr hoch.

Eine Region erholt sich vom wirtschaftlichen und sozialen Umbruch

Glücklich über die Möglichkeit des Schulbesuchs (Foto: K. Ilievska)
Glücklich über die Möglichkeit des Schulbesuchs (Foto: K. Ilievska)

Kutaisi liegt etwa 200 km westlich von Tiflis und ist mit knapp 200 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Viele Menschen leben von der Landwirtschaft, aber auch die Bildungseinrichtungen, die beiden Wasserkraftwerke und die Automobil-, Traktor- und Flugzeugfabriken zählen zu den größten Arbeitgebern der Region. Zudem wird erwartet, dass auch der Tourismus eine weitere Quelle für Einkommen und Beschäftigung werden kann: das reiche kulturelle Erbe und die Schönheit der Landschaft lassen die lokalen Behörden hoffen, dass der Tourismus zur Reduzierung der Armut beitragen wird.

Derzeit leben jedoch noch zahlreiche Menschen in diesem Landesteil in großer Armut. Die Kämpfe in Abchasien in den frühen 1990er Jahren führten zu einem großen Zustrom von Binnenflüchtlingen in die Region. Geschätzte 4000 intern vertriebene Familien leben in Kutaisi. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage haben nach wie vor zahlreiche Menschen keine Arbeit und fristen ein Dasein in Armut. Vor allem Kinder mit Behinderungen und aus armen oder zerrütteten Familien sind vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht. Obwohl es staatliche Unterstützungsmaßnahmen gibt, gesteht die Regierung ein, dass diese Programme die Ärmsten der Armen nicht immer erreichen.

Die Behörden sind bemüht, das System der Kinderbetreuung in der Region zu verbessern. In Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen versuchen sie den Standard der Kinder- und Sozialfürsorge zu erhöhen. Die meisten Kinder verlieren die elterliche Fürsorge, weil ihre Familien weder für ihr geistiges noch für ihr körperliches Wohl ausreichend sorgen können.

Unterstützung für Familien in Not und ein liebevolles Zuhause für Kinder

Obwohl es mittlerweile einige staatliche Programme für Kinder ohne elterliche Fürsorge gibt, ist unsere Arbeit in der Region heute noch genauso wichtig wie zu Beginn unserer Tätigkeit. Die Regierung unterstützt die Arbeit von SOS-Kinderdorf in hohem Maße und hat sogar ein kostenloses Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem das Kinderdorf gebaut werden konnte.

Die Unterstützung gefährdeter Familien und junger Menschen an der Schwelle zur Unabhängigkeit sowie ein liebevolles Zuhause für Kinder, deren Familien nicht für sie sorgen können, bilden das Herzstück unserer Arbeit in diesem Land, in dem der Lebensstandard in den letzten Jahrzehnten weiter gesunken ist und zahlreiche Menschen in Armut leben.

Unsere Arbeit in Kutaisi

Spiele fördern Vertrauen (Foto: K.Ilievska)
Spiele fördern Vertrauen (Foto: K.Ilievska)

Familienstärkung: In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und anderen Dienstleistern bieten unsere Familienstärkungsprogramme ein umfassendes Paket an Unterstützungsmaßnahmen, damit Familien zusammen bleiben und ausreichend für ihre Kinder sorgen können. Wir leisten materielle Hilfe in Form von Nahrung oder Kleidung und ermöglichen den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Eltern können an beruflichen Weiterbildungen und Berufsberatungen zur Einkommensförderung teilnehmen und werden bei der Suche nach Arbeit unterstützt. Darüber hinaus stärken wir die Gemeinde selbst, damit Menschen in Not eine Anlaufstelle haben.

Betreuung in Familien: Bis zu 84 Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Mütter sind speziell geschult, damit sie den Kindern in ihrer Obhut ein fürsorgliches und stabiles Umfeld bieten können. Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf besuchen die nahegelegenen Schulen und Kindergärten gemeinsam mit den Kindern aus der Gemeinde und werden dadurch in ihre Umgebung integriert. Wir haben auch acht Häuser, die in der Gemeinschaft integriert sind. Etwa acht Kinder wohnen in jedem Haus.

Unterstützung junger Menschen: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Jugendprogramm umsiedeln. Während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums werden sie von ausgebildeten Fachkräften betreut, lernen Verantwortung zu übernehmen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

Nothilfe für Mütter und Kinder: Unser Mutter- Kind- Zentrum bietet fünf Muttern und zehn Kindern in Not Schutz für bis zu zwölf Monaten. Sie bekommen jede Unterstützung, die sie benötigen, damit sie in der Zukunft selbständig wohnen können.

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    Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!
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