SOS-Kinderdorf Kolkata

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien tätig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und 1977 auch in Kalkutta aufgenommen. Mit geschätzten 14 Millionen Einwohnern in der Metropolregion platzt die Stadt aus allen Nähten.

In dieser pulsierenden indischen Metropole leben Millionen Menschen in Armut


Spielende Geschwister (Foto: C. Ashleigh).
Kalkutta ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaats Westbengalen und ein wichtiges Handel-, Finanz- und Kulturzentrum im Osten von Indien.

Die Stadt hat ein alarmierendes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen: die Einwohnerzahl hat sich seit 1981 praktisch verdoppelt, was vor allem auf die Migrationsbewegungen zurückzuführen ist. Unzählige Menschen kommen aus den ländlichen Gebieten auf der Suche nach einem besseren Leben nach Kalkutta. Die Stadt leidet an allen Problemen einer schnell wachsenden Metropole: es herrscht Mangel an formeller Beschäftigung, die Infrastruktur ist überlastet (viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen oder Strom), und ein Großteil der Bevölkerung lebt in baufälligen und meist überfüllten Behausungen.

In Kalkutta gibt es tausende von Elendsvierteln. Einige dieser Slums, oder Bustees, sind behördlich anerkannt und bieten daher eine gewisse Grundversorgung. Die meisten Elendsviertel sind jedoch als informelle Siedlungen in der Nähe von Bahngleisen oder Straßen, entlang von Kanälen oder neben Müllhalden entstanden. Die meisten Slumbewohner arbeiten für Niedriglöhne auf dem informellen Sektor. Andere verkaufen Kleinwaren auf der Straße oder suchen im Müll nach wiederverwertbaren Abfällen.

Kinder, die in solch großer Armut aufwachsen, sind in hohem Maße vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht. Eltern, die selbst mühsam ums Überleben kämpfen, können die materiellen und emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder nur selten befriedigen. Manche Kinder arbeiten den Tag über auf der Straße und versuchen, etwas Geld für ihre Familien aufzutreiben. Die Ernährung, Sicherheit und Gesundheit dieser Kinder sind in hohem Maße gefährdet. Viele von ihnen leiden an Krankheiten und Mangelernährung.

Die Kinder in unserer Obhut konnten nicht länger bei ihren Eltern leben oder waren bei Verwandten untergebracht worden, die mit der Versorgung und Betreuung zusätzlicher Kinder überfordert waren.

Unterstützung für gefährdete Kinder und Familien

Das SOS-Kinderdorf liegt in Bidhannagar, Salt Lake City, im Osten von Kalkutta. Das Dorf wurde unter anderem aufgrund der großen Zahl der Kinder ohne elterliche Fürsorge eröffnet, die 1971 während des Krieges in die Region geflohen waren, als Bangladesch seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Wir arbeiten eng mit lokalen Dienstleistern und Basisorganisationen zusammen, um notleidende Familien zu identifizieren und ihnen bedarfsgerechte Unterstützung für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu bieten.

Unsere Arbeit in Kalkutta


Vergnügt auf dem Spielplatz (Foto: C. Ashleigh).
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Kalkutta ist die Unterstützung von Kindern und Familien aus der Umgebung. Das Familienstärkungsprogramm unserer SOS-Sozialzentren bietet ein umfassendes Angebot an Hilfsmaßnahmen, damit Familien vor der Zerrüttung bewahrt werden und gut für ihre Kinder sorgen können. Wir organisieren Informationsveranstaltungen über Hygiene, Kinderrechte und förderliche Erziehungsmethoden. Notleidende Familien erhalten Nahrung, pädagogischen Beistand und medizinische Behandlungen. Zur Einkommensförderung der Eltern bieten wir Berufsbildungskurse, Berufsberatung und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Die Menschen aus der lokalen Bevölkerung können Lehrgänge über Viehzucht und Handarbeitskurse besuchen. Einige Familien erhalten finanzielle Unterstützung, damit sie sich selbständig machen und dadurch selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in einer der 15 SOS-Familien ein neues Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen können. Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten und die nahegelegenen Schulen zusammen mit den Kindern aus Nachbarschaft, schließen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in die SOS-Jugendeinrichtungen ziehen und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Sie werden ermutigt, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

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