SOS-Kinderdorf Bali

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Bali im Jahr 1989 mit der Hilfe für notleidende Kinder in Tabanan. Bali hat sich seither zur beliebtesten Touristenattraktion in ganz Indonesien entwickelt. Dank der hohen Besucherzahlen gehört die Insel mittlerweile zu den reichsten Regionen des Landes. Dennoch haben bislang nicht alle Teile der Bevölkerung vom Wohlstand profitiert. Zahlreiche notleidende Familien sind weiter auf unsere Unterstützung angewiesen.

Nicht alle Menschen profitieren vom blühenden Tourismus


Zwei kleine Mädchen aus dem Kinderdorf (Foto: B.Neeleman)
Das SOS-Kinderdorf Bali liegt in der Stadt Tabanan etwa 30 km von der balinesischen Hauptstadt Denpasar entfernt. In der Vergangenheit waren die meisten Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Obwohl sich in jüngster Zeit der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle entwickelt hat, bietet die Landwirtschaft auch heute noch zahlreichen Menschen Arbeit und Beschäftigung. Viele Landarbeiter haben das Land, auf dem sie arbeiten, nur gepachtet und fristen ein Dasein in Armut. Jüngsten Schätzungen zufolge leben bis zu 60 Prozent aller Bauern unterhalb der Armutsgrenze. Aufgrund der florierenden Tourismusbranche wurden viele landwirtschaftliche Parzellen für den Bau von Ferienwohnungen verkauft. Durch die gestiegenen Grundstückspreise ist es für Landwirte praktisch unmöglich geworden, ein eigenes Stück Land zu erwerben.

Angesichts der dramatischen Lage der Subsistenzbauern hat die Regierung mehrfach subventionierte Umsiedlungsprogramme gestartet, um die Einwohnerzahl im überbevölkerten Bali zu senken und einige Landwirte auf andere Inseln umzusiedeln, auf denen sie genug zum Leben erwirtschaften können.

Immer mehr Kinder auf der Insel verlieren die elterliche Fürsorge, unter anderem aufgrund der Ausbreitung von HIV/AIDS. Die Hauptstadt Denpasar hat die höchste HIV/AIDS- Prävalenzrate der Region zu verzeichnen. Die meisten Kinder ohne elterliche Fürsorge fristen in den Waisenhäusern der Insel ein menschenunwürdiges Dasein.

Bedarfsgerechte Unterstützung für notleidende Familien

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Indonesien in den frühen 1970er Jahren. Seither hat das Land zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Unsere Angebote sind an die wachsende Zahl notleidender Familien und Kinder angepasst worden. Unsere jüngsten Familienstärkungsprogramme richten sich nach den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung. In Tabanan beispielsweise können viele Kinder aus der Region dank unserer Stipendien eine Schule besuchen.

Unsere Arbeit in Bali


Mädchen unterwegs im Kinderdorf (Foto: B. Neeleman)
SOS-Kinderdorf Indonesien startete im Jahr 2005 seine ersten Familienstärkungsprogramme. Gemeinsam mit den lokalen Behörden unterstützen wir Familien, die von Zerrüttung bedroht sind und deren Kinder Gefahr laufen, die elterliche Fürsorge zu verlieren. Unser Angebot umfasst Gesundheitsberatung, Gemeinschaftshilfe und psychologischen Beistand. Wir ermöglichen Kindern den Zugang zu Bildung, Nahrung, medizinischer Versorgung und psychosozialer Betreuung. Familien erhalten Unterstützung bei der Einkommensförderung und dem Umgang mit Behörden. Darüber hinaus werden die elterlichen Kompetenzen und das Bewusstsein für Kinderrechte erweitert. Im SOS-Kindergarten werden kleine Kinder den Tag über betreut. Für berufstätige Eltern ist es von großer Bedeutung, ihre Kinder in professioneller Obhut zu wissen.

Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in einer der zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die Kinder werden im SOS-Kindergarten und der Vorschule gemeinsam mit Kindern aus der Gemeinde unterrichtet. Später besuchen sie die nahegelegenen Schulen und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert. Im Kinderdorf gibt es einen Spielplatz, einen Sportplatz und einen Garten. Hier können die Kinder ihre Freizeit miteinander verbringen. Ein großer Obstgarten versorgt das SOS-Kinderdorf mit frischen Früchten, zwei kleine Teiche liefern frischen Fisch. Im SOS-Kinderdorf Bali werden die Kinder nach den kulturellen Traditionen der Insel erzogen.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms in der nahegelegenen Stadt Denpasar ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven entwickeln und zunehmend eigene Entscheidungen treffen.
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