SOS-Kinderdorf Banda Aceh

SOS-Kinderdorf wurde nach dem Tsunami von 2004 in Banda Aceh tätig. Die Arbeit der Organisation begann mit der Unterstützung für die Opfer der Katastrophe und die Betreuung unbegleiteter Kinder und wurde anschließend auf von Zerrüttung bedrohte Familien und das Angebot eines liebevollen Zuhauses für Kinder ohne elterliche Fürsorge ausgeweitet. Mittlerweile können bis zu 150 Kinder in 15 SOS-Familien langfristig betreut werden.

Eine schreckliche Naturkatastrophe und ihre Folgen


SOS-Kinderdorf half beim Wiederaufbau des Dorfes Lambada Lhok (Foto: S. Posingis)
SOS-Kinderdorf half beim Wiederaufbau des Dorfes Lambada Lhok (Foto: S. Posingis)
Banda Aceh ist die Hauptstadt der Provinz Aceh im Nordwesten von Sumatra. Nachdem die einst wohlhabende Provinz durch einen 30 Jahre andauernden Bürgerkrieg zu einer der ärmsten Gegenden von Indonesien geworden war, wurde die Region durch den Tsunami von 2004 von einer weiteren Katastrophe heimgesucht. Mehr als 130 000 Indonesier kamen ums Leben, noch viele mehr verloren ihre Bleibe, und Tausende von Kindern wurden von ihren Eltern getrennt. Die 200 km lange Küstenlinie zwischen den Städten Banda Aceh und Meulaboh war das am stärksten betroffene Gebiet. Dennoch brachten die massiven Hilfsleistungen und die Solidarität sowohl innerhalb des Landes als auch aus dem Ausland nicht nur die lebensnotwendige Unterstützung, sondern führten auch zu einem Wandel des politischen Klimas und in der Folge zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens.

Da sich viele Hilfsorganisationen in der Region angesiedelt hatten, zogen zahlreiche Menschen auf der Suche nach Unterstützung dorthin. Die Zahl der Kinder ohne elterliche Fürsorge ist gestiegen. Viele von ihnen landen auf der Straße und werden zu Kleinkriminellen. Sie haben keine Zeit, zur Schule zu gehen, da sie um ihr tägliches Überleben kämpfen müssen. Dadurch werden sie leichte Beute für verbrecherische Banden.

Hilfe und Unterstützung für die vom Tsunami betroffenen Gebiete

Nach dem Tsunami ergriff SOS-Kinderdorf Soforthilfemaßnahmen für traumatisierte Kinder und obdachlose Familien. Wir versuchten, so vielen Kinder wie möglich zu helfen und ihre Verwandten zu finden, um Familien wieder zusammenführen zu können. Darüber hinaus haben wir durch den Wiederaufbau von über 500 Häusern und von Gemeindezentren in der Nähe von Banda Aceh und Meulaboh die lokale Gemeinde unterstützt. Großzügige Spenden und die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden ermöglichten schließlich den Bau von drei neuen SOS-Kinderdörfern in Banda Aceh, Medan und Meulaboh.

Unsere Arbeit in Banda Aceh


Sackhüpfen (Foto: S. Posingis)

Im Jahr 2005 startete SOS-Kinderdorf Indonesien seine ersten Familienstärkungsprogramme. Diese Programme zielen darauf ab, Familien zu helfen, deren Kinder von Vernachlässigung bedroht sind und sie vor der Zerrüttung zu bewahren. SOS-Kinderdorf setzt sich gemeinsam mit den lokalen Behörden und anderen Dienstleistern für die Unterstützung gefährdeter Familien ein, damit sie in die Lage versetzt werden, ausreichend für ihre Kinder zu sorgen.

In Banda Aceh wurde ein SOS-Sozialzentrum eingerichtet, in dem die Familienstärkungsprogramme angeboten werden. Diese umfassen beratende Tätigkeiten, Unterstützung für die Gemeinde und psychologischen Beistand. Die Programme zielen darauf ab, den Kindern den Zugang zur Grundversorgung in den Bereichen Bildung und Gesundheit sowie psychosozialen Beistand zu gewähren. Familien werden bei der Einkommensförderung und Behördengängen unterstützt. Die elterlichen Kompetenzen und das Bewusstsein für die Kinderrechte werden verbessert. Darüber hinaus bietet der SOS-Kindergarten eine Kindertagesstätte. Für berufstätige Eltern ist es sehr wichtig, ihre Kinder tagsüber in den Händen ausgebildeter Fachkräfte zu wissen, so dass sie während der Arbeitszeiten nicht unbeaufsichtigt zurückbleiben müssen.

Kinder, die nicht länger von ihren Familien versorgt werden können, finden in einer der SOS-Familien in Banda Aceh ein liebevolles Zuhause. Diese Kinder können den SOS-Kindergarten besuchen, in dem sie gemeinsam mit Kindern aus der lokalen Gemeinde betreut werden. Später besuchen sie die Schulen in der Umgebung und können so besser in ihre Gemeinde integriert werden. Die heranwachsenden Jungen ziehen normalerweise in die SOS-Jugendeinrichtung, wenn sie eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnen. Mit der Unterstützung ausgebildeter Fachkräfte entwickeln sie Perspektiven für ihre Zukunft, lernen Verantwortung zu übernehmen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
 

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