SOS-Kinderdörfer in Jordanien

Wie die SOS-Kinderdörfer in Jordanien helfen

SOS-Kinderdorf nahm in den 1980er Jahren seine Tätigkeit in Jordanien auf. Anfänglich war unsere Organisation in Amman vertreten. Im Laufe der darauffolgenden Jahrzehnte wurde die Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien auch auf die Hafenstadt Aqaba und die Stadt Irbid im Norden ausgedehnt.

Der Großteil der Bevölkerung lebt in städtischen Gebieten


Kinder in der Obhut von SOS-Kinderdorf gehen gemeinsam mit Kindern aus dem Nachbarschaft in die Schule (Foto: SOS-Archiv).
Die Bevölkerung des Landes beläuft sich auf 8,1 Millionen (Juli 2014, Schätzung), die Hauptstadt Amman hat 1,1 Millionen Einwohner. Rund 80 Prozent der Menschen leben in den Stadtgebieten. Obwohl mehr als die Hälfte des Landes aus der Arabischen Wüste besteht, verfügt der westliche Teil Jordaniens über Wälder und Ackerland.

Jordanien liegt in einer der politisch instabilsten Regionen der Welt, wodurch das Land in großem Ausmaß von den wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten in den Nachbarländern beeinflusst wird. Im Jahr 2011, während Veränderungen in den Nachbarländern stattgefunden haben, gingen Gruppierungen der jordanischen Bevölkerung auf die Straße, um politische Veränderungen einzufordern. Darüber hinaus hat die Ankunft der Flüchtlinge auf der Flucht vor dem syrischen Konflikt die öffentlichen Dienstleistungen unter Druck gesetzt.

Das Leben der Menschen wurde durch die jüngsten politischen Veränderungen negativ beeinflusst

Jordanien weist einen der höchsten Lebensstandards der Region auf. Der Großteil der Bevölkerung verfügt über einen hohen Bildungsstand, und die meisten Menschen haben Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung. Dies hat zu einer deutlichen Senkung der Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten geführt. Die Lebenserwartung gehört zu den höchsten in der Region, sie beträgt 73 Jahre für Männer und 76 Jahre für Frauen.

Die Wirtschaft wurde durch die jüngsten politischen Unruhen im Land und in der Region schwer beeinträchtigt. Früher war der Tourismus eine bedeutende Beschäftigungs- und Einkommensquelle, aber in letzter Zeit ist die Anzahl von Besuchern zurückgegangen. Die offizielle Arbeitslosenquote ist mit ca. 12,5 Prozent relativ hoch. Die Armut ist hauptsächlich in den ländlichen Regionen weit verbreitet, in denen die Haushalte meist aus mehreren Personen bestehen und es weniger Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Infolgedessen ziehen viele Menschen vom Land in die Städte. Vor allem nach Amman und die umliegenden Gebiete, in denen es besseren Zugang zur Grundversorgung und mehr Chancen auf Arbeit gibt. Dieser Zuwachs stellt die Städte jedoch vor neue Herausforderungen.

Bis Ende 2015 erwarten die Vereinten Nationen rund 1 Million registrierte Flüchtlinge in Jordanien. Die meisten Vertriebenen stammen aus Syrien, viele von ihnen aber auch aus dem Irak und Palästina. Rund 80 Prozent kämpfen in den städtischen Gebieten ums Überleben.  Diese Flüchtlinge sind besonders schutzbedürftig, da ihr Zugang zu Hilfe nicht gewährleistet ist.  
 

Kinder brauchen Schutz


SOS-Brüder sitzen um den Familientisch und machen ihre Hausübungen (Foto: SOS-Archiv).
Jordanien konnte die Lebenssituation von Kindern etwas verbessern. Es gibt gute Schulen und sie haben Zugang zum Gesundheitssystem. Bildung hat in der jordanischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert, und die Regierung und internationale Hilfen investieren große Summen in diesen Bereich.

Dennoch leben viele Kinder nach wie vor in Armut. Kinder aus armen Familien werden häufig zum Arbeiten gezwungen, was zur Folge hat, dass sie nicht länger zur Schule gehen können. 2014 besuchten rund 30.000 jordanische Kinder keine Schule. Viele Kinder sind harten und gefährlichen Arbeitsbedingungen in der Bauindustrie, dem Zimmerhandwerk oder der mechanischen Industrie ausgesetzt. Die Zahl der Kinder, die Zwangsarbeit verrichten, nimmt ebenso zu wie die Zahl der Kinder, die auf der Straße arbeiten und betteln.

Zu den vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern, gehören Kinder, die bereits ein Elternteil verloren haben, deren Eltern geschieden sind und Flüchtlingskinder. Wenn Kinder nicht länger bei ihren Eltern leben können, werden sie häufig von Mitgliedern der Großfamilie betreut.

Flüchtlingskinder sind besonders schutzbedürftig. Rund 60.000 von ihnen besuchten 2014 die Schule und 6 % mussten arbeiten gehen (UNHCR-Angaben, 2014).

SOS-Kinderdorf in Jordanien

SOS-Kinderdorf in Jordanien unterstützt gefährdete Kinder und Familien folgendermaßen: 

Familiennahe Betreuung: Die SOS-Kinderdörfer in Amman, Aqaba und Irbid betreuen Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können. Die Kinder wachsen gemeinsam mit ihren Geschwistern in SOS-Kinderdorf-Familien auf.

Unterstützung für junge Erwachsene: Wir betreuen junge Menschen, bis sie in der Lage sind, ein selbständiges Leben zu führen. Sie erhalten die richtige Bildung und Schulung, damit sie in der Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Bildung: In Aqaba bietet der SOS-Kindergarten Vorschuldbildung für mehr als 160 Kinder. Die meisten Kinder stammen aus der lokalen Gemeinde.

Nothilfeprogramme für Flüchtlinge: Gegen Ende 2015 plant SOS-Kinderdorf die Durchführung einer Beurteilung, um die Bedürfnisse syrischer Familien, die in Jordanien leben, festzustellen. Nach Abschluss dieser Beurteilung werden wir die notwendige Unterstützung bereitstellen.


Website von SOS-Kinderdorf Jordanien
(verfügbar auf Englisch und Arabisch)
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