SOS-Kinderdorf Lipa

SOS-Kinderdorf ist seit 1967 auf den Philippinen tätig. Das erste Kinderdorf wurde in Lipa errichtet. Zahlreiche Kinder leben auf den Philippinen unter entsetzlichen Bedingungen. Unsere Organisation unterstützt notleidende Kinder und versucht Familien vor der Zerrüttung zu bewahren.

Kinder in den Slums der Stadt haben wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft


Kinder im SOS-Sozialzentrum (Foto: A. Gabriel)
Lipa liegt in der Provinz Batangas etwa 80 km südlich der Hauptstadt Manila und ist ein bedeutendes Handelszentrum der Region. In der Vergangenheit lebten die Bewohner von der Landwirtschaft und vom Fischfang, aber in jüngster Zeit haben sich viele Unternehmen und Industrien angesiedelt. Die Stadt hat ein rasantes Wachstum von geschätzten 2,5 Prozent pro Jahr zu verzeichnen. Da mehr Land für die industrielle Expansion und neue Wohngebiete benötigt wird, stehen weniger Ackerflächen zur Verfügung.

Um der drückenden Armut auf dem Land zu entfliehen, ziehen zahlreiche Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben nach Lipa. Die meisten landen jedoch in Elendsvierteln, in denen tausende städtische Arme unter prekären Bedingungen leben. Nicht alle Stadtbewohner profitieren von der wirtschaftlichen Entwicklung - die Arbeitslosenrate der Stadt liegt bei etwa zehn Prozent. Zahlreiche Familien kämpfen jeden Tag um die ausreichende Ernährung und Versorgung ihrer Kinder. Viele Kinder leiden an Mangelernährung und Krankheiten. Die Behörden haben daher Programme zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern ins Leben gerufen, darunter Initiativen für den Ausbau der Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern.

Auch der Zugang zu Bildung ist problematisch. Obwohl die kostenlose Schulbildung eingeführt worden ist, können sich viele Eltern den Schulbesuch ihrer Kinder nur mit Hilfe von Stipendien leisten.

Wir setzen uns intensiv für den Schutz der Kinderrechte in Lipa ein

SOS-Kinderdorf ist seit über vier Jahrzehnten in Lipa tätig. Unsere Anwaltschaft für Kinder hat einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und genießt hohe Anerkennung. Wir arbeiten eng mit anderen Organisationen zusammen, die sich für den Schutz der Kinderrechte einsetzen; viele Kinder werden in unsere Obhut übersendet. Die Unterstützung gefährdeter Kinder ist heute noch genauso dringend erforderlich wie zu Beginn unserer Arbeit in der Region.

Unsere Arbeit in Lipa


Freundschaften sind so wertvoll (Foto: A. Gabriel)
SOS-Kinderdorf leistet der lokalen Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen Unterstützung. Das Familienstärkungsprogramm hilft gefährdeten Familien, um sie vor der Zerrüttung zu bewahren. Dafür arbeitet SOS-Kinderdorf mit den lokalen Behörden zusammen und hilft Familien bei der Betreuung ihrer Kinder. Wir stellen den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung sicher, leiten Beratungsstellen und fördern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Das SOS-Sozialzentrum führt auch ärztliche Behandlungen durch.

Bis zu 120 Kinder ohne elterliche Fürsorge können in einer der zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause finden und gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem Umfeld voller Respekt und Sicherheit aufwachsen. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen und zahlreiche Aktivitäten der Gemeinde, und unsere Angebote stehen den benachbarten Familien aus der Umgebung offen. Die Kinder in unserer Obhut erhalten spezielle bedarfsgerechte Unterstützung, sei es bei den Hausaufgaben oder in Form von Therapien.

Im SOS-Kindergarten werden Kinder aus den SOS-Familien und der Gemeinde betreut. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von Eltern geschätzt, die arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren - sie wissen ihre Kinder in sicherer Obhut. Der Vorschulunterricht fördert die soziale, emotionale, körperliche und kognitive Entwicklung der Kinder.

Heranwachsende können in die SOS-Jugendeinrichtungen ziehen und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Die jungen Menschen werden ermutigt, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu übernehmen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.