SOS Kinderdorf Jaffna

Die Kinder in der nördlichen Provinz Sri Lankas haben immer noch an der gewalttätigen Vergangenheit des Landes zu leiden. Hunderttausende Menschen waren vom Bürgerkrieg betroffen. Familien flüchteten, um in Sicherheit zu gelangen, sie haben ihre Häuser verlassen und ihre Existenzen hinter sich gelassen. SOS-Kinderdorf bot in diesen Zeiten Unterstützung an und half den Familien, ihr Leben wieder neu aufzubauen.

Ein Gebiet, das durch jahrzehntelange Kämpfe zerstört wurde 


Kinder finden im SOS-Kinderdorf ein sicheres und beständiges Zuhause (Foto: SOS-Archiv). 

Vor Ausbruch des Bürgerkrieges war die historische Stadt Jaffna ein pulsierendes Wirtschaftszentrum. Der Hafen, eine der Haupteinkommensquellen und einer der größten Arbeitgeber in der Vergangenheit, steht nun weitgehend leer. 2013 wurde der wiederaufgebaute Fischerhafen eröffnet. Er bietet nun ca. 700 Fischerfamilien, die in das Gebiet zurückgekehrt sind, eine neue Lebensgrundlage. Andere Branchen leiden nach wie vor. Die Infrastruktur wurde während des Krieges zerstört und obwohl der Wiederaufbau der Straßen und Bahnverbindungen, die Jaffna mit dem Rest der Insel verbinden, im Gange ist, ist er immer noch nicht abgeschlossen.
Viele Familien kämpfen, um in ihrer neuen Umgebung zu überleben. Einige Menschen, die die Stadt aufgrund der Kämpfe verlassen haben, sind in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, aber ihre Häuser und Existenzen wurden zerstört. Ihr Leben neu aufzubauen, benötigt Zeit und Ressourcen.

In der nördlichen Provinz lebt die größte Anzahl notdürftiger Kinder in Sri Lanka. Viele leben ohne elterliche Betreuung. 41 % haben einen oder beide Elternteile durch den Krieg verloren. Auch wenn Eltern noch leben, sind viele Kinder gefährdet. Die am stärksten gefährdeten Kinder sind jene, die in Haushalten von Alleinerziehenden oder elternlosen Haushalten leben. Kinder von Vergewaltigungsopfern oder Teenagermüttern sowie außerehelich geborene Kinder kommen häufig in Fremdbetreuung, da die Mütter nicht die notwendige Unterstützung erhalten, die es ihnen ermöglichen würde, für ihre Kinder zu sorgen.  

Auch die Kinderarbeitsquote ist in diesem Gebiet hoch. Oft verlassen Kinder die Schule, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Viele arbeiten als Haushaltskräfte oder in Familienunternehmen.

Von der Nothilfe zur nachhaltigen Unterstützung der Gemeinde  

Im Jahr 2009 starteten wir ein SOS-Nothilfeprogramm im Cheddikulam Camp für intern vertriebene Menschen in der Nähe von Vavuniya. Aufgrund des jahrzehntelangen Bürgerkrieges hatten viele Kinder die elterliche Fürsorge verloren. Wir versorgten sie mit medizinischer und psychologischer Betreuung. Als der Konflikt vorbei war, wurden einige Kinder mit ihren Familien zusammengeführt, andere blieben in unserer Obhut. Seitdem haben wir mit den lokalen Behörden zusammengearbeitet und neue Wege beschritten, um langfristige Unterstützung für Familien und Kinder in Not anzubieten.

Unsere Arbeit in Jaffna


Kinder in unserer Obhut und jene aus den benachbarten Familien wachsen gemeinsam auf. Ihnen kommt die Unterstützung von SOS-Kinderdorf zugute (Foto: SOS-Archiv).
Das SOS-Familienstärkungsprogramm unterstützt Familien, die gefährdet sind, auseinanderzubrechen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und Partnern arbeiten wir direkt mit den Familien und Gemeinden. Wir bieten Essen für jene an, die unterernährt sind und gewährleisten, dass Kinder die Schule besuchen können oder medizinische Unterstützung erhalten. Um Eltern dabei zu unterstützen, ihre Situation zu verbessern, bieten wir Beratung und Schulung in Bezug auf einkommensschaffende Tätigkeiten an.

Kinder, die die elterliche Fürsorge verloren haben, können in einer von zwölf SOS-Kinderdorf-Familien untergebracht werden, in denen Kinder mit ihren Geschwistern und ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter leben.

Jüngere Kinder besuchen gemeinsam mit Kindern aus der Nachbarschaft den SOS-Kindergarten. Wenn sie älter sind, besuchen sie örtliche Schulen; dies stellt sicher, dass sie Freundschaften schließen und sich in die Gemeinschaft integrieren.

Wenn die jungen Menschen bereit sind, ihre SOS-Kinderdorf-Familien zu verlassen, ziehen sie in der Regel in Gemeinschaftshäuser, wo sie ihre Ausbildung fortsetzen können. Qualifizierte SOS-Berater/innen begleiten sie auf ihrem Weg in ein selbständiges Leben.
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