SOS Kinderdorf Phuket

Das SOS-Kinderdorf Phuket wurde nach dem verheerenden Tsunami von 2004 errichtet. Damals leistete SOS-Kinderdorf unverzüglich Nothilfe und bot unbegleiteten Kindern Schutz und Unterstützung. Kinder, die nicht von Verwandten betreut werden konnten, haben in den SOS-Familien ein neues Zuhause gefunden.

Die dunkle Seite des Tourismus

 

SOS-Mütter spielen mit ihren Kindern (Foto: SOS-Archiv)Jedes Jahr verbringen Tausende von Urlaubern aus der ganzen Welt ihre Ferien in Phuket, einer der größten Touristenattraktionen in Asien. Die Tourismusindustrie bietet zahlreiche Arbeitsplätze, so dass immer mehr Menschen auf der Suche nach Arbeit nach Phuket ziehen.

Bedauerlicherweise finden nicht alle eine formelle Beschäftigung. Zahlreiche Menschen müssen niedrige Arbeiten auf dem informellen Sektor verrichten oder werden von falschen Versprechungen über bessere Löhne in die Sexindustrie gelockt.

Im kommerziellen Sexgewerbe arbeiten viele Kinder, die entweder von ihren Familien verkauft worden sind oder durch falsche Versprechungen über Arbeit in Restaurants oder Hotels angelockt wurden, unter häufig sklavenähnlichen Bedingungen. Das riskante Verhalten der Sextouristen begünstigt die Ausbreitung von HIV; die meisten Neuinfektionen sind bei Kindern zu verzeichnen. Auch aus den Nachbarländern werden Kinder zum Zwecke der kommerziellen sexuellen Ausbeutung nach Thailand verschleppt.

Andere Familien schicken ihre Kinder zum Betteln oder zum Verkaufen von Kleinwaren wie Blumen oder Süßigkeiten an Touristen auf die Straße, damit sie zum Familieneinkommen beitragen. Wanderarbeiter in der Baubranche nehmen ihre Kinder mit auf die Baustelle. Kinder, die auf der Straße arbeiten, sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Manche werden überfahren, andere überfallen.

Kinder, die im Bausektor arbeiten, müssen gefährliche Maschinen bedienen, schwere Lasten tragen oder ungesichert auf hohen Gerüsten arbeiten. Meist gibt es keinen Schutz vor Lärm, Staub oder Dämpfen. Kinder arbeiten häufig bis tief in die Nacht. Wenn sie überhaupt eingeschult sind, verpassen sie den Unterricht, weil sie stattdessen arbeiten müssen.

 

Der Tsunami von 2004 hat das Leben vieler Menschen für immer verändert

Am Morgen des 26. Dezember 2004 wurde die Küstenregion des Indischen Ozeans von einem verheerenden Tsunami getroffen. Die Fluten wurden durch ein Erdbeben vor der Küste von Banda Aceh in Indonesien ausgelöst. Mehr als 280 000 Todesopfer waren zu beklagen. Direkt nach der Katastrophe startete SOS-Kinderdorf Nothilfeprogramme. In Thailand wurden Fischern, die ihre Erwerbsgrundlage verloren hatten, Boote und Netze zur Verfügung gestellt. Wohnhäuser, ein Kindergarten und eine Schule wurden wieder aufgebaut.

Am Anfang standen medizinische Versorgung, Nahrung und Notunterkünfte im Mittelpunkt unserer Arbeit. In einem nächsten Schritt wurde versucht, überlebende Verwandte schutzloser Kinder zu suchen und herauszufinden, ob sie in der Lage waren, für diese Kinder aufzukommen. Da im Falle einiger Kinder keine Verwandten gefunden werden konnten oder sie nicht in der Lage waren, sie ausreichend zu versorgen, beschlossen wir den Bau eines neuen SOS-Kinderdorfs, in dem Kinder ohne elterliche Fürsorge ein liebevolles Zuhause finden.

Unsere Arbeit in Phuket

 

Spiel im Freien (Foto: SOS-Archiv)Die Organisation setzt sich für die Stärkung der lokalen Gemeinde ein. Kleine Kinder werden im SOS-Kindergarten betreut. Für arme Familien und alleinerziehende Eltern ist es von großer Bedeutung, ihre Kinder in sicherer Obhut zu wissen. Dadurch können sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen, ohne dass ihre Kinder unbeaufsichtigt zurückbleiben.

Kinder, deren Familien nicht länger für sie sorgen können, finden in einer der zwölf SOS-Familien ein neues Zuhause. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen oder den SOS-Kindergarten gemeinsam mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher gut in ihre Umgebung integriert. Dies ist für ihre gesellschaftliche Eingliederung als Erwachsene von großer Bedeutung.

SOS-Kinderdorf bietet darüber hinaus eigene Jugendprogramme. Die Heranwachsenden können zusammen leben, während sie eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Mit der Unterstützung ausgebildeter Fachkräfte entwickeln sie Perspektiven für ihre Zukunft, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. 

 

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