SOS-Kinderdorf Samarkand

SOS-Kinderdorf unterstützt gefährdete Familien und Kinder in Samarkand seit dem Jahr 2006. Durch die Familienstärkungsprogramme für notleitende Familien versuchen wir Kindern zu helfen, die vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind.

Zahlreiche Familien können ihre Kinder nicht ausreichend versorgen


Kinder freuen sich über den neuen Bus, der sie an so viele Orte bringen wird! (Foto: M. Mägi )
Samarkand ist die zweitgrößte Stadt Usbekistans und liegt etwa 290 km südwestlich der Hauptstadt Taschkent. Durch ihre Lage an der Seidenstraße war die Stadt zu einem Scheitelpunkt und Schmelztiegel vieler Kulturen geworden und wurde 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Die meisten Erwerbstätigen in der Region sind in der Industrie, der Landwirtschaft und in der Gewinnung natürlicher Ressourcen beschäftigt. Die Geldsendungen von im Ausland lebenden Usbeken machen einen beachtlichen Teil des nationalen Einkommens aus. Obwohl Kinder unter 15 Jahren offiziell nicht auf den Baumwollfeldern arbeiten dürfen, werden dennoch jedes Jahr Tausende während der Ernte dazu gezwungen.

Das veränderte wirtschaftliche Umfeld hat auch Auswirkungen auf die familiäre Situation vieler Kinder. Eltern, die zum Arbeiten ins Ausland ziehen, lassen ihre Kinder häufig bei Verwandten zurück. Auch die Großfamilie ist nicht immer in der Lage, ausreichend für sie zu sorgen. Kinder in Armut leben häufig in heruntergekommenen Baracken ohne Strom, Gas, fließendes Wasser oder Heizung. Viele werden ausgebeutet, gehen nicht zur Schule, sondern müssen auf der Straße arbeiten, um zum Einkommen der Familie beizutragen. Kinder aus frauengeführten Haushalten sind aufgrund der benachteiligten Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt besonders gefährdet. Auch der Kinderhandel ist in Samarkand ein großes Problem. Zahlreiche Kinder werden aus dieser Region verschleppt, sexuell ausgebeutet oder zur Arbeit gezwungen.

Staatliche Unterstützung für Familien in Not

SOS-Kinderdorf hat seit Beginn seiner Tätigkeit in der Region offizielle Unterstützung erfahren. Der Bürgermeister von Samarkand hat angesichts der großen Not in seiner Stadt und als erklärter Befürworter des SOS-Kinderdorf-Modells der familiennahen Betreuung ein kostenloses Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem das Kinderdorf gebaut werden konnte. Unsere Arbeit in der Region ist heute noch genauso wichtig wie zu Beginn unserer Tätigkeit. Die überwiegende Mehrheit der Kinder ohne elterliche Fürsorge landet nach wie vor in staatlichen Heimen.

Unsere Arbeit in Samarkand

Das SOS-Kinderdorf Samarkand wurde in einem ruhigen Wohngebiet errichtet. Schulen, Kindergärten, ein Krankenhaus und verschiedene Geschäfte liegen in unmittelbarer Nähe. Unsere Organisation unterstützt die lokale Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen. Dazu zählen

Kampfkunst-Vorführung (Foto: L. Abdurakhimova)

die Hilfe für notleidende Familien und Kinder in Krisensituationen, pädagogischer Beistand für Kinder und LehrerInnen und ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge.

Wir arbeiten in der Gemeinde eng mit Eltern und insbesondere alleinerziehenden Müttern zusammen, um Familien vor der Zerrüttung zu bewahren. Gemeinsam mit lokalen Anbietern stellen wir sicher, dass Kinder Zugang zum Bildungssystem, ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung erhalten. Darüber hinaus helfen wir Eltern beim Ausbau ihrer erzieherischen Kompetenzen und bei der Einkommensförderung und klären sie über ihre Rechte bezüglich Wohngeld und staatlicher Zuschüsse auf. Aufgrund des Mangels an qualifiziertem Lehrpersonal leiten wir in der Gemeinde ein Bildungsförderungsprogramm. Wir arbeiten eng mit den örtlichen Kindergärten und Schulen zusammen, um die Kompetenzen der ErzieherInnen und LehrerInnen zu erweitern. Kinder erhalten im Bedarfsfall gezielt Nachhilfeunterricht.

Bis zu 105 Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Mütter bieten den Kindern ein fürsorgliches und stabiles Umfeld, in dem sie aufwachsen können. Sie besuchen die lokalen Kindergärten und Schulen und nehmen an Freizeitangeboten wie Sport und Musikunterricht teil. Dadurch werden sie besser in ihre Umgebung integriert. Wenn Kinder ihren SOS-Familien entwachsen, können sie an unserem speziellen Jugendprogramm teilnehmen, in dem sie während der Zeit ihrer Ausbildung oder ihres Studiums von professionellen Fachkräften betreut werden. Die jungen Menschen nehmen auch an Workshops teil, in denen nützliche Kenntnisse für das spätere Erwachsenenleben vermittelt werden. Dazu zählen Themen wie Konfliktlösung, Kommunikation und soziale Kompetenzen.
  • Helfen Sie Kindern in Not!

    Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!
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