SOS-Kinderdorf Dien Bien Phu

SOS-Kinderdorf ist seit den späten 1960er Jahren in Vietnam und seit 2009 auch in Dien Bien Phu tätig. Hier wurde das dreizehnte Kinderdorf des Landes errichtet, in dem Kinder ohne elterliche Fürsorge ein neues Zuhause finden.

Eine der ärmsten Regionen des Landes

Kleiner Junge vor den Familienhäusern (Foto: SOS-Archiv)
Kleiner Junge vor den Familienhäusern (Foto: SOS-Archiv)

Die Provinz Dien Bien liegt im Nordwesten von Vietnam etwa 35 km von der Grenze zu Laos entfernt. Das Umland ist sehr gebirgig, aber die Provinzhauptstadt Dien Bien Phu selbst liegt in einem weitläufigen Tal. Die Stadt hat ein rasantes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Es wird erwartet, dass die Einwohnerzahl bis 2020 auf 150 000 steigen wird. Im Umland leben zahlreiche ethnische Minderheiten, die häufig ihre nur eigene Sprache und kein vietnamesisch sprechen.

Dien Bien gehört zu den ärmsten Provinzen des Landes. Etwa 45 Prozent der knapp einer halben Million Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Die meisten Menschen betreiben Landwirtschaft oder Viehzucht. In den ländlichen Gebieten ist die Infrastruktur stark veraltet.

Zahlreiche Kinder gehen nicht zur Schule. Zum einen herrscht großer Mangel an Bildungseinrichtungen, so dass sie lange Fußmärsche in Kauf nehmen müssten, um zur nächsten Schule zu gelangen. Zum anderen sind die Kosten des Schulbesuchs für viele arme Familien unerschwinglich. Viele Kinder müssen auch im Haushalt oder auf den Feldern arbeiten, um einen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten.

Die meisten Kinder in unserer Obhut haben aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Not ihrer Familien die elterliche Fürsorge verloren. Viele sind Angehörige der ethnischen Minderheiten, die in den entlegenen Gebirgsregionen leben. Häufig sprechen sie kein vietnamesisch, wenn sie bei uns aufgenommen werden. Die SOS-Mütter und Pädagogen kümmern sich intensiv um diese Kinder, damit sie vietnamesisch lernen und dadurch dem Unterricht in der Schule folgen können. Die Ergebnisse sind vielversprechend: die Kinder erweitern ihre Sprachkenntnisse, gehen gerne zur Schule und sind sich der Bedeutung von Bildung für ihre Zukunft in vollem Ausmaß bewusst.

Der Menschenhandel bereitet ganz Vietnam große Probleme. Die nördliche Provinz Dien Bien bildet hier keine Ausnahme. Die Opfer werden innerhalb des Landes in andere vietnamesische Städte, aber auch über die Grenzen nach Laos, China und in weit entfernte Länder verschleppt.

Ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge

Angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Not in der Region ist die Arbeit unserer Organisation von größter Bedeutung. Aufgrund der Vielzahl von notleidenden Kindern in der Region traten die lokalen Behörden mit der Bitte um Unterstützung an uns heran. Die Provinzregierung hatte zwar versucht, eigene Hilfsprogramme ins Leben zu rufen, aber aufgrund des Mangels an Ressourcen konnte sie bei weitem nicht genügend Kindern helfen.

Unsere Arbeit in Dien Bien Phu

SOS-Familie bei einer gemeinsamen Mahlzeit (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Familie bei einer gemeinsamen Mahlzeit (Foto: SOS-Archiv)

Bis zu 140 Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in Dien Bien Phu in 14 SOS-Familien mit ihren Geschwistern bei einer SOS-Mutter ein liebevolles Zuhause. Für jedes Kind wird gemeinsam mit der SOS-Mutter und dem Kind selbst ein „persönlicher Entwicklungsplan“ ausgearbeitet.

Kleine Kinder aus den SOS-Familien und der umliegenden Gemeinde können den SOS-Kindergarten besuchen. Eltern schätzen das Angebot einer professionellen Tagesbetreuung, denn sie wissen ihre Kinder in der Obhut qualifizierter Fachkräfte, während sie arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren. Ältere Kinder können die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule besuchen. Die meisten Kinder stammen aus der umliegenden Gemeinde.

 

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